Nina Hochfeld als Volleyballspieler Tobio Kageyama aus dem Anime Haikyuu, Aliya Pawleta als Juuzou aus "Tokyo Ghous", Isabelle Wiermann als "Rose Homestuck".

Sie lieben Cosplay: Nina Hochfeld als Volleyballspieler Tobio Kageyama aus dem Anime Haikyuu, Aliya Pawleta als Juuzou aus "Tokyo Ghous", Isabelle Wiermann als "Rose Homestuck".

Foto: pr

Bremerhaven

Bremerhavener Cosplayer schlüpfen in die Rollen von Filmcharakteren

Von nord24
31. Juli 2016 // 10:00

Ob mit weißer Perücke, in Uniform oder mit Grusel-Make-up: Wenn Cosplayer auf der Straße unterwegs sind, sorgen sie für Aufmerksamkeit. Cosplayer bringen mit ihren Kostümen das Universum der japanischen Animationsfilme, sogenannter Animes, auf die Straßen der Welt. Auch in Bremerhaven sind die Wesen aus „Tokyo Ghoul“ oder „Juuzou“ unterwegs.

Mut gehört dazu

„Ich fand Cosplay schon lange toll“, sagt Nina Hochfeld, eine Cosplayerin aus Bremerhaven. Aber es habe eine ganze Weile gedauert, bis sie den Mut gefunden habe, sich mit einem Kostüm zu zeigen. Die 21-Jährige, die eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement absolviert, schlüpft inzwischen jedoch gerne in die Rolle von Jean Kirstein, einem männlichen Charakter aus der Anime-Serie „Attack on Titan“. Dazu trägt sie eine khakifarbene Uniform und eine zweifarbige Perücke, unter der sie ihre langen dunklen Haare verbirgt.

Mädchen schlüpfen in Jungsrollen

Das sei nicht ungewöhnlich bei Cosplayern, das etwa Frauen in die Rollen von Jungs schlüpften, sagt Hochfeld. Ihre Freundin Isabelle Wiermann (20), die gerne als „Rose Homestuck“ cosplayed, stimmt grinsend zu: „Ich habe mal auf einem Treffen einen Typen getroffen, der trug Rock und Bart.“

Szene ist offen und vielseitig

Die Offenheit und Vielseitigkeit in der Cosplay- und Comicszene seien Punkte, die Cosplay so interessant machen. „Man respektiert sich“, erläutert die junge Frau und fährt fort: „Man trifft viele unterschiedliche Menschen, die kontaktfreudig und megaoffen sind und das mögen, was man selbst mag.“ Mitunter verblieben die Cosplayer während eines Treffens (Convention) in der Rolle ihres Charakters. Die Helden der Cosplayer stammen aus Mangas und Animes, japanischen Comic-Büchern und Filmproduktionen, die von magischen Wesen bevölkert sind. Was in den 1970er Jahren mit Animes wie der Schweizer Zeichentrick-Adaption von Johanna Spyris „Heidi“ bekannt wurde, und dann mit Serien wie „Captain Future“ in den 80ern für Aufmerksamkeit sorgte, wurde vor einigen Jahren mit Serien wie „Sailor Moon“ oder „Dragonball Z“ zum Trend. „Wir sind RTL-2-Kinder“, gibt Aliya zu. Der Sender bringt seit vielen Jahren Animes in die Kinderzimmer.

Renaissance für Pikachu

Eine Figur aus dieser Ära der Anime-Begeisterung erlebt gerade eine Renaissance: Pikachu, ein gelbes Fantasiewesen, das in „Pokemon Go“ Alt und Jung zur Monsterjagd auf die Straße bringt. Natürlich hat auch Aliya Pawleta das Spiel auf ihrem Smartphone installiert, beobachtet, ob sich Monster in der Gegend befinden. Die 20-Jährige war den Pokemons nach eigenen Worten schon in der fünften Klasse völlig verfallen. „Damals hat sie von nichts anderem geredet“, bestätigt Isabelle Wiermann schmunzelnd. Sie kennt ihre Freundin bereits von Kindesbeinen an. Die Anime-Leidenschaft verflog weder bei Isabelle noch bei Aliya und stiftete später auch ihre Freundin Nina Hochfeld mit an. Mitunter ist der Geldbeutel gefragt, um fertige Kostüme zu bestellen – viel häufiger aber die eigene Kreativität. „Ich nähe meine Sachen mitunter auch mit der Hand“, sagt Aliya Pawleta, die inzwischen geübt darin ist, von Hand zu nähen. Sie ist als Charakter „Sasha Braus“ anzutreffen oder auch als weißhaariger „Tokyo Ghoul“.

Das Auge leuchtet rot

„Manche fertigen sich auch Gesichtsmasken“, sagt Isabelle Wiermann und berichtet von Cosplayern, die mit Pappmachee zu Werke gehen, um sich in ihre Lieblingsfiguren aus Serien und Filmen zu verwandeln: „Einer hatte Elektrodrähte in seine Maske eingebaut, damit ein Auge rot aufleuchten konnte“, beschreibt sie das Kostüm eines Cosplayers, den sie auf einer Anime-Convention traf. Hier gehe es auch darum, Gleichgesinnte kennenzulernen, die die „Feelz“, die Gefühle teilen, etwa die Trauer, wenn geliebte Seriencharaktere sterben. „Und weinen muss man öfter“, sagt Aliya Pawleta und seufzt.

Verkleiden reicht nicht

Das Verkleiden alleine reicht ihr nicht immer aus, um in dem Anime-Universum völlig aufzugehen. Aliya und Nina machen sich auch Gedanken über die fiktive Welt, in der sich die Figuren bewegen. Beide schreiben Fan-Fiction. Nina Hochfeld ist als „JensenAckles1978“ als Schreiberin auf www.fanfiktion.de aktiv. „Es ist faszinierend, sich zu verkleiden und auch in andere Welten einzutauchen“, sagt Nina Hochfeld. „Man kann seine Kreativität spielen lassen“, sagt die junge Frau. Aliya freut sich, wenn Leser Kommentare zu ihren Texten geben. Aliya ist als „Vinnichan“ bei www.wattpad.com aktiv. Gerne möchte sie eine eigene Welt ersinnen. „Die Idee zu der Geschichte habe ich schon“, sagt die 20-Jährige. „Mir fehlt nur noch der Dreh für das erste Kapitel.“ Anregungen kann sich das Trio auf dem nächsten Cosplayer-Treffen in Bremerhaven holen. Am Sonnabend, 6. August, startet im Haus der Jugend (Rheinstraße 109) das „Teibo – Animexx-Treffen Bremerhaven“. Dort treffen sich ab 12 Uhr Cosplayer und Interessierte aus der Region – im Kostüm oder ohne.

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