Das Werftquartier soll Wohnen, Arbeiten und Freizeit vereinen. Klimaneutralität soll aber nicht im Bauleitplan verankert werden, wie es sich die Grünen-PP wünschten.

Das Werftquartier soll Wohnen, Arbeiten und Freizeit vereinen. Klimaneutralität soll aber nicht im Bauleitplan verankert werden, wie es sich die Grünen-PP wünschten.

Foto: Scheschonka

Bremerhaven

Bremerhavener Werftquartier wird nicht klimaneutral geplant

23. September 2020 // 17:40

Die Fraktion Grüne-Piraten-Partei ist mit einem Antrag zum Klimaschutz abgeblitzt: Mehrheitlich lehnten die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses den Vorschlag ab, für das Werftquartier eine klimaneutrale Energieversorgung in der Bauleitplanung zu verankern.

Vorbildprojekte gibt es bereits

Nach Vorstellung der Grünen-PP sollte das gesamte Quartier von Anfang an so konzipiert werden, dass es klimaneutral ist. Das heißt, dass durch Heizen, Kühlen, Kochen und Nutzen von Elektrogeräten kein zusätzliches Treibhausgas freigesetzt wird. Dafür sollte zukunftsgewandt mit neuesten technischen Möglichkeiten und nach neuesten Standards geplant und gebaut werden. Wasserstoff-Wohnprojekte gebe es bereits in Deutschland.

Modellregion Bremerhaven

Das würde gut ins Modellprojekt passen, an dem Bremerhaven teil nimmt. Die Oppositionsfraktion hatte den Antrag bereits in der Stadtverordnetenversammlung vorgetragen. Um ihn „ausführlich zu beraten“ wurde er von der Koalition in den Ausschuss überwiesen.

Antrag abgelehnt

Daraus wurde aber nichts: Nachdem Michael Labetzke den Antrag vorgetragen hatte, trat nur Jens Grotelüschen von der FDP ans Mikrofon, um zu erklären, dass SPD, CDU und FDP ihn ablehnen. Dem schlossen sich die Bürger in Wut und die AfD an. Die Linke und Einzelabgeordnete Marnie Knorr stimmten für den Vorschlag.

Angst vor halb leerem Quartier

Die Begründung Grotelüschens: Man wolle nicht über das Baurecht hinausgehend Bestimmungen festlegen. Er äußerte die Sorge, dass man dann ein Baugebiet mit 1000 Einheiten ausrufe und es dann - auch wegen fehlender Zuwanderung und anhaltendem Fachkräftemangel - nicht voll bekomme. Je nach Bauherr und Projekt müsse man prüfen „was darstellbar“ sei, ehe man solche Vorgaben mache, sagte der Bauunternehmer.

Gebäude-Altbestand fit bekommen

Bei einzelnen Projekten könne man das Thema berücksichtigen, auch über Anschluss ans Wasserstoff-Projekt sollte man auf jeden Fall nachdenken. Wichtiger sei es, den Gebäude-Altbestand in Bremerhaven energetisch auf Vordermann zu bringen, damit könne man mehr erreichen, so der Liberale für die Koalition.

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