Wir grenzen uns von jeglichem Terror und Angriffskriegen ab, sagt Fatih Kurutlu, Vorsitzender der Türkisch-islamischen Gemeinde zu Bremerhaven, in der Moschee der Gemeinde an der Potsdamer Straße. Foto Scheer

"Wir grenzen uns von jeglichem Terror und Angriffskriegen ab", sagt Fatih Kurutlu, Vorsitzender der Türkisch-islamischen Gemeinde zu Bremerhaven, hier zu sehen in der Moschee der Gemeinde an der Potsdamer Straße. Foto Scheer

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Bremerhaven

Bremerhavens Muslime zutiefst bestürzt

Von nord24
16. November 2015 // 20:30

„Dieser hinterhältige Terrorakt hat uns zutiefst bestürzt“, sagt Fatih Kurutlu, SPD-Stadtverordneter und Vorsitzender der Türkisch-islamischen Gemeinde zu Bremerhaven. Mit Blick auf die Organisation Islamischer Staat, die sich zu den Anschlägen in Paris bekannt hat, betont Kurutlu: „Wir grenzen uns von jeglichem Terror und Angriffskriegen ab, wir versuchen wie 99 Prozent der Muslime den Islam so zu leben, wie er wirklich ist.“ Nämlich friedlich. Mit ihrer Äußerung liegen Bremerhavens Muslime ganz auf der Linie der der Islamischen und Einwanderer-Organisationen in Deutschland. In zahlreichen Ländern gaben Menschen und Institutionen am Montag ihrer Trauer Ausdruck. Internetaktivisten sagten den Terroristen des Islamischen Staats den Kampf an.

Einsatz für Zusammenhalt in Gesellschaft der Seestadt

Seit Jahren seien die Muslime hier und trügen viel zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, zur Wirtschaftsstärke und vielen weiteren Dingen im täglichen Leben bei, betont der Vorsitzende der Türkisch-islamischen Gemeinde. „99 Prozent der Muslime werden gleich unter Generalverdacht gestellt, dies trifft uns sehr“, bedauert Kurutlu das Misstrauen, das in manchen Debatten nach den Anschlägen mitschwingt. Er wirbt für mehr gegenseitigen Respekt und mehr gegenseitiges Interesse: „Wir müssen als Gesellschaft enger zusammenstehen, uns besser kennen lernen und aktiv Aufklärung und Zusammenarbeit betreiben.“

"Man muss Terror überall Terror nennen"

Es gebe immer wieder die Möglichkeiten, die Moscheen, die Muslime vor Ort kennenzulernen. "In diesen Zeiten ist der gesellschaftliche Zusammenhalt mehr gefragt als je." Auch müsse man, um eine konstruktive Debatte in Gang zu bringen, Terror überall Terror nennen - wie zum Beispiel auch bei den Anschlägen in der türkischen Hauptstadt Ankara oder in der libanesischen Metropole Beirut. Die Zustände in manchen islamischen Ländern hätten ja erst dazu geführt, dass Millionen Menschen ihre Heimat verlassen hätten und heute in Europa lebten. "Und denen gebührt Schutz", fordert Kurutlu. Die schrecklichen Vorfälle von Paris sollten die Situation der Flüchtlinge in Deutschland nicht unnötig aufheizen. "Denn sonst hätten die Terroristen ihr wahres Ziel erreicht." In den sozialen Netzwerken bekunden Menschen unterschiedlichster Glaubensrichtungen ob der Anschläge ihr Entsetzen und ihre Ablehnung:

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