Der tote Pottwal liegt auf einer Sandbank in der Wesermündung.  Luftfoto Scheer

Der tote Pottwal liegt auf einer Sandbank in der Wesermündung. Luftfoto Scheer

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Bremerhaven

Das Wal-Drama aus der Nordsee

Von Thorsten Brockmann
13. Januar 2016 // 19:37

Ein paar Tage muss der Wal schon auf der Sandbank gelegen haben. Der Kadaver wurde rund zehn Kilometer von Bremerhaven entfernt abseits des Schifffahrtsweges auf dem Eversand enteckt. Das Messschiff „Tide“ war hier unterwegs. Nur 80 Zentimeter tief ist die Weser hier selbst bei Hochwasser. Ein Veterinär soll den Kadaver heute in Augenschein nehmen, damit das Wasser- und Schifffahrtsamt eine Entscheidung treffen kann – nach Bremerhaven schleppen oder an Ort und Stelle vergraben.

Elf tote Pottwale

Das Drama der gestrandeten Pottwale nimmt immer größere Ausmaße an: An der Nordseeküste sind mit dem neuesten Fund in der Weser mindestens elf Tiere verendet. Fünf Tiere starben nach einem stundenlangen Todeskampf in der Nacht zum Mittwoch an der Küste der niederländischen Wattenmeer-Insel Texel. Ein weiterer Kadaver wurde am Mittwoch an der Küste Schleswig-Holsteins entdeckt. Bereits am Freitag waren zwei Wale auf der Insel Wangerooge gestrandet, zwei tote Jungbullen trieben zu Wochenbeginn vor Helgoland.

Suche mit Flugzeug

An der Küste soll mit einem Patrouillenflug nach weiteren toten Walen Ausschau gehalten werden. Mit den jüngsten Funden sind nach Angaben des schleswig-holsteinischen Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz seit 1990 insgesamt 80 Pottwale an den Küsten Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande gefunden worden. In aller Regel handle es sich um Jungbullen, die auf ihrer Wanderung durch den Atlantik zwischen November und März vom Kurs abkommen.

Keine Eile mit der Bergung

Der Pottwal in der Außenweser liegt abseits des Schifffahrtsweges auf dem Eversand, deshalb bestehe keine Eile ihn zu bergen, sagt Olaf Meyer vom Wasser- und Schifffahrtsamt. Der Kadaver liege „sehr hoch und trocken“ und sei bereits von Sand eingespült worden. Selbst bei normalem Hochwasser ist die Weser hier nur 80 Zentimeter tief, deshalb vermute er, dass der tonnenschwere Kadaver bei den Starkwinden der vergangenen Tage angespült worden sei, sagt Meyer. „Vermutlich war der Wal da bereits tot.“

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