Die Privatyacht "Kogo" ist bei der Lloyd Werft in diesem Jahr modernisiert worden. Die Werft möchte sich jetzt auf den Neubau von Yachten spezialisieren.

Die Privatyacht "Kogo" ist bei der Lloyd Werft in diesem Jahr modernisiert worden. Die Werft möchte sich jetzt auf den Neubau von Yachten spezialisieren.

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Bremerhaven

Das sind die Reaktionen zu den Lloyd-Werft-Plänen

Von Lili Maffiotte
19. Dezember 2016 // 12:42

Die Nachricht von den Plänen der Lloyd Werft, einen erheblichen Teil der Belegschaft zu entlassen, kam ziemlich unerwartet. Auch für die Mitarbeiter, die darüber am Freitag in einer Betriebsversammlung von der Werftspitze informiert worden sind.

Betriebsrat kritisiert die Pläne

Der Betriebsrat der Lloyd Werft hat die geplanten Entlassungen als strategisch unklug kritisiert. Es sei die falsche Entscheidung, qualifiziertes Personal abzubauen und dann an den Ostseestandorten mühsam zusammenzusuchen, "anstatt uns mit dem Neubauprogramm hier mit Arbeit zu versorgen", sagte der Betriebsratsvorsitzende Daniel Müller.

Kurzarbeit auf der Werft

"Wir müssen abwarten, wie die Vorstellung des Vorstandes ist, dann müssen wir versuchen, möglichst viele Arbeitsplätze zu retten", betonte Müller. Seit dem 4. Oktober herrscht Kurzarbeit auf der Werft. Seitens der Geschäftsführung gab es am Montag keine weiteren Informationen. Die Lloyd-Werft gehört zur malaysischen Genting-Gruppe, die ihre Kreuzfahrtschiffe mit Miliarden-Auftragsvolumen auf eigenen Werften in Mecklenburg-Vorpommern bauen will.

"Verzweiflungstat"

Mitarbeiter entlassen und nur noch Yachten bauen – eine  „Verzweifelungstat“ nach dem Motto „retten, was zu retten ist“ nennt Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel  die Entscheidung der Lloyd Werft, sich komplett aus dem Reparaturgeschäft zurückzuziehen.

"Unsicherer Markt"

Verständlich sei die Entscheidung dennoch, sagt der Wissenschaftler von der Uni Bremen. Der Ausstieg aus dem Reparaturgeschäft schmerze.  „Aber dieser Markt ist hochgradig unsicher und weltweit von Überkapazitäten geprägt“, sagt Hickel. Die Lloyd Werft will sich nun auf den Bau von Yachten und den Umbau von Kreuzfahrtschiffen konzentrieren. Aber in beiden Bereichen sei die Konkurrenz an der Nordseeküste sehr groß, warnt Hickel.

Erheblicher Personalabbau

Die Werft will sich ausschließlich auf den Neubau von Yachten spezialisieren. Der Reparaturbetrieb soll dicht gemacht werden. Allerdings: Um die Werft in ruhiges Fahrwasser zu bringen, sei ein erheblicher Personalabbau nötig, so die Werftspitze weiter. Wer von den Werftarbeitern seinen Helm nehmen muss, das steht noch nicht fest.

Reaktionen

Diese schlechte Nachricht so kurz vor Weihnachten sorgte bei den Lesern im Netz für Unmut. Hier ein paar Reaktionen:

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