Der Tatort aus Frankfurt sollte gruselig sein. War er aber nicht. Er war einfach nur schlecht.

Der Tatort aus Frankfurt sollte gruselig sein. War er aber nicht. Er war einfach nur schlecht.

Foto: Christoph Schmidt/dpa

Bremerhaven
Freizeit

Das war der schlechteste Tatort aller Zeiten - #isso

Von Lili Maffiotte
30. Oktober 2017 // 12:30

Ich dachte, der letzte Tatort aus Bremen ist nicht mehr zu toppen. So schlecht fand ich ihn. Aber die Frankfurter Kommissare am gestrigen Sonntag haben mich eines Besseren belehrt: Dieser Tatort war wirklich mehr als unterirdisch.

Tweets lesen

Was hat der Regisseur bitte eingeschmissen, als er sich an dieses Drehbuch gesetzt hat? Und was hat er denen gegeben, die diese Handlung abgenickt haben? Ernsthaft ARD? Dieser Tweet spricht mir total aus der Seele: Ich habe nicht bis zum Ende durchgehalten. Meine Gebühren hätte ich gleichwohl gerne zurück. Es passiert eigentlich sehr selten, dass ich mittendrin wegschalte. Denn der Sonntagabend ist bis jetzt für Tatort reserviert gewesen. Doch ich werde mir künftig eine andere Beschäftigung suchen. Denn bei einem Tatort erwarte ich einen oder mehrere Tote, einen oder mehrere Mörder und einen oder mehrere ermittelnde Kommissare. Punkt.

"Fürchte Dich"

Und was gab es aus Frankfurt? Durchgeknallter Schrott mit der Überschrift: "Fürchte Dich". Ja, liebes Tatort-Team. Das tue ich. Allerdings fürchte ich mich jetzt vor Euch und Euren "Ideen". Aber dieses Mal bin ich mir sicher: Es kann gar nicht mehr schlechter werden.

Ein Kommissar ist ein Kommissar

Wo bitte sind die schönen, alten Zeiten, in denen ich mich nicht in die Psyche eines Kommissars hereindenken musste? Wo ein Kommissar ein Kommissar und ein Tatort einfach nur eine vergnügliche und spannende Abwechslung am Sonntagabend war? Stattdessen serviert uns das Erste folgendes: Möchtegern-Grusel mit Schlitz-Kontaktlinsen, schunkelnden Schaukelstühlen auf einem Dachboden und Nebelmaschinen, die pausenlos im Einsatz war. Den Vater nicht zu vergessen, der mit seinem Nazitattoo am Hals und einem Handwerkerköfferchen erscheint. Dazu kommt noch eine Rothaarige, die Socken verschluckt. Ach ja, es gab auch eine Tote. Ob der Jahrzehnte alte Mord aufgeklärt wurde, kann ich nicht sagen. Als Fanny folgenden erhellenden Satz sagte, gingen bei mir die Lichter aus: Mit großer Wahrscheinlichkeit wird meine Bitte an die Verantwortlichen genau so im Nebel verschwinden, wie viele Szenen aus dem gestrigen Tatort: Ich möchte einen ganz normalen Tatort. Ohne Schnickschnack. Ohne Psycho. Ohne Grusel. Und ich bin mit meinem Wunsch nicht allein.

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