Blick von der Rudloffstraße auf die Gründerzeithäuser der Alten Bürger: Die Arbeiterwohlfahrt will in der Baulücke im Zentrum einen Neubau für betreutes Wohnen errichten. Einen in der Zukunftswerkstatt geforderten Durchgang will die Awo jedoch nicht.

Blick von der Rudloffstraße auf die Gründerzeithäuser der Alten Bürger: Die Arbeiterwohlfahrt will in der Baulücke im Zentrum einen Neubau für betreutes Wohnen errichten. Einen in der Zukunftswerkstatt geforderten Durchgang will die Awo jedoch nicht.

Foto: Heske

Bremerhaven

Debatte über Durchgang in der Alten Bürger

Von Christian Heske
6. Januar 2018 // 13:34

Ein Durchgang im Zentrum der Alten Bürger durch die Altbauzeile sollte das erste konkrete Ergebnis der Zukunftswerkstatt Rudloffstraße sein. Doch obwohl sich Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) und das Stadtplanungsamt für die Verbindung stark gemacht haben, wird es die wohl nicht geben. Denn sie müsste durch einen Neubau der Arbeiterwohlfahrt (Awo) führen. Und die stellt sich quer.

Bürger fordern öffentlichen Durchgang

Die Stadt will das Gebiet um die Rudloffstraße aufwerten. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt hatten Stadtplaner, Wirtschaftsförderer und die Quartiersmeisterei Alte Bürger Bürger-Ideen gesammelt. Eine Forderung: ein öffentlicher Durchgang durch einen mehrstöckigen Neubau für betreutes Wohnen, den die Awo anstelle des Flachbaus „Bürger“ 204 errichten will.

Sechsstelligen Betrag in Aussicht gestellt

Es habe „gute Gespräche“ zwischen Stadtplanern und Awo über den Durchgang gegeben, sagt Magistratssprecher Volker Heigenmooser. Die Stadt habe auch einen mittleren sechsstelligen Betrag aus Städtebauförderungsmitteln in Aussicht gestellt, um die Zusatzkosten zu kompensieren. Diese Kosten würden nicht nur durch den Durchgang an sich, sondern auch dadurch entstehen, dass die Awo ihre fertigen Baupläne hätte ändern müssen.

Anwaltsschreiben beendet Gespräche

Doch ein Anwaltsschreiben im Auftrag der Awo bereitete den Gesprächen ein jähes Ende. In dem Schreiben drohte der Rechtsanwalt der Stadt mit rechtlichen Schritten, falls der von der Awo bereits vor der Zukunftswerkstatt eingereichte Bauantrag nicht zeitnah genehmigt würde. „Die Genehmigung ist erteilt“, sagt Heigenmooser. „Das Stadtplanungsamt hat versucht, uns von dem Durchgang zu überzeugen, wir haben das aber abgelehnt“, bestätigt Awo-Geschäftsführer Volker Tegeler. „Die Stadt hätte hier jahrelang über Planungs- oder Vorkaufsrecht aktiv werden können“, meint er.

Furcht vor Zusatzkosten

Tegeler fürchtet vor allem die zusätzlichen Kosten: Er geht von rund 500 000 Euro Herstellungskosten für den Durchgang aus. Angeboten habe die Stadt, den Abriss des  Altgebäudes auf dem Grundstück zu übernehmen und ein Absperrgitter zu bezahlen. „Da komme ich auf etwa 50 000 Euro“, sagt Tegeler und erklärt: „Von einem sechsstelligen Angebot weiß ich nichts.“ Sorgen macht sich der Awo-Geschäftsführer zudem wegen der Unterhaltungskosten. „Wir müssten den Durchgang versichern und reinigen lassen, damit der nicht verschmuddelt“, meint Tegeler. Die Awo willzeitnah ihren Neubau realisieren.

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