Die Vorsitzende des Bildungsausschusses im Deutschen Städtetag, Dr. Agnes Klein (vorne links)  aus Köln, plaudert während der Tagung am Fischereihafen mit Bremerhavens Schulstadtrat Michael Frost (vorne rechts).

Die Vorsitzende des Bildungsausschusses im Deutschen Städtetag, Dr. Agnes Klein (vorne links) aus Köln, plaudert während der Tagung am Fischereihafen mit Bremerhavens Schulstadtrat Michael Frost (vorne rechts).

Foto: Schwan

Bremerhaven

Deutscher Städtetag in Bremerhaven

Von Susanne Schwan
28. April 2016 // 19:26

Wie klappt es mit der Bildung und Integration von Flüchtlingen: Darüber diskutieren seit Donnerstag 30 Stadträte und Bürgermeister aus ganz Deutschland. Im Fischereihafen tauschen die Delegierten ihre Erfahrungen  aus und senden ein Signal an Bund und Länder: Ohne mehr Investitionen ist das alles nicht zu schaffen. Bremerhaven hat zumindest in einer Hinsicht die Nase vorn.

Alte Schulen bieten noch Platz

Denn Schul-Raum, Platz zum Lernen für die jungen Asylbewerber, gibt es in der Seestadt noch reichlich. "Wir reaktivieren alte Schulen, von denen wir uns eigentlich schon trennen wollten", erklärt Stadtrat Michael Frost den verblüfften Gästen. Notlösungen wie Container und Leichtbauhallen auf Schulhöfen werden in Bremerhaven nicht gebraucht. Anders zum Beispiel in Köln.

Kölner brauchen Container auf Schulhöfen

In der Rhein-Metropole leben  bis Ende dieses Jahres rund 4000 schulpflichtige Bürgerkriegsflüchtlinge. Das erklärt Kölns Bildungs- und Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein. "Mit dem Zusammenrücken an unseren Schulen ist  Ende. Wir brauchen möglichst schnell Containerklassen auf den Schulhöfen." Denn jeden Monat, so Klein, strömten 200 neue Kinder und jugendliche Asylbewerber in die Stadt.

Lehrer werden dringend gesucht

Während allerdings Köln keine Probleme hat, Lehrer zu bekommen,  sucht Bremerhaven dringend Pädagogen. Aber  die Randlage im Norden der Republik, meint Schuldezernent Frost, und die Besoldung erschweren es, Lehrer hierher zu ködern. Für die 22 Willkommensklassen in Bremerhaven, in denen vor allem Deutsch vermittelt wird, sucht die Stadt auch Seiteneinsteiger. Pensionierte Lehrer kümmern sich besonders in den außerschulischen Hilfsnetzwerken um Flüchtlingskinder.

Weinheim hat ehrenamtliche Schul-Lotsen

Die kleine Kommune Weinheim in Baden-Württemberg hat ein anderes Konzept. "Wir docken die ehrenamtlichen Schul-Lotsen direkt an die Klassen an", erklärt Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard. Etwa die Hälfte der 800 in Weinheim lebenden Asylbewerber seien Schulkinder. "Uns fehlen aber vor allem Lehrkräfte für die  anerkannten Integrationskurse, zum Beispiel an der VHS", so Bernhard.

Umfrage In Niedersachsen gibt es keine generelle Quarantänepflicht mehr.

War es richtig, die generelle Quarantänepflicht aufzuheben?

7133 abgegebene Stimmen
Folge nord24 via Messenger
Folge den Pinguins via Messenger
Folge uns auf Facebook
Besuche uns auf Facebook
Abonniere uns auf Instagram
nord24 auf Instagram