Anja Deluxe beteiligte sich am Dienstag zum internationalen Hurentag am Protest gegen das coronabedingte Verbot von Prostitution.

Anja Deluxe beteiligte sich am Dienstag zum internationalen Hurentag am Protest gegen das coronabedingte Verbot von Prostitution.

Foto: Lothar Scheschonka

Bremerhaven

Die Huren wollen zurück zur Arbeit

2. Juni 2020 // 19:43

Am 19. März wurden wegen Corona alle Bordelle geschlossen, seither haben die Prostituierten keine Einnahmen mehr. Dagegen haben sie Dienstag demonstriert.

Sexpuppen in den Koberfenstern

An der Lessingstraße 6 versammelten sich etwa zehn Frauen und hielten Plakate in die Höhe: „Rotlicht an“ und „Ich darf nicht arbeiten“. In den Koberfenstern gegenüber sind Sexpuppen aufgestellt, die Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen. Im letzten Fenster ist eine Sexpuppe zu sehen, die sich aufgehängt hat. „Ein Symbol für unsere Hoffnungslosigkeit“, erklärt eine blonde Frau, die sich in ihrem Beruf Anja Deluxe nennt.

Körpernahe Dienstleistungen

Sie ist zornig, dass praktisch überall die Corona-Regelungen gelockert wurden, „bloß bei uns nicht. Andere körpernahe Dienstleistungen sind wieder erlaubt, Tätowieren zum Beispiel oder nicht-erotische Massagen.“ Edina Boros ergänzt: „Wir fordern Gleichberechtigung. Ich habe auch ein Recht, Geld zu verdienen.“ Zumal „Hygiene in unserem Beruf“ auch schon vor der Pandemie „ganz normal“ gewesen sei, versichert Erzsebet Schmitz, die an der Lessingstraße mehrere Bordelle betreibt.

Hygiene-Konzept vom Bundesverband sexuelle Dienstleistungen

Der Bundesverband sexuelle Dienstleistungen hat bereits ein Hygiene-Konzept für die Rückkehr in die Normalität vorgelegt. „Daran würden wir uns natürlich halten“, sagt Anja Deluxe und denkt nicht nur an eine Maskenpflicht: „Vielleicht würde man in der ersten Zeit Küssen nicht erlauben.“

Mehr zum Thema findest du am Mittwoch in der NORDSEE-ZEITUNG.

Seit dem 19. März dürfen Prostituierte nicht mehr arbeiten. Dagegen haben am internationalen Tag der Huren mehrere Betroffene an der Lessingstraße demonstriert. Foto Scheschonka

Seit dem 19. März dürfen Prostituierte nicht mehr arbeiten. Dagegen haben am internationalen Tag der Huren mehrere Betroffene an der Lessingstraße demonstriert. Foto Scheschonka

Foto: Lothar Scheschonka

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