Die Rohr wurde renaturiert: Der Fluss hat jetzt mehr Platz

Die Natur hat sich an der Rohr üppig entwickelt. Der künstlich angelegte Walll im Wasser ist längst bewachsen. Bei hohem Wasserstand wird die Auflandung überflutet. Das in der Rohr eingebaute Totholz verringert die Fließgeschwindigkeit.

Bremerhaven

Die Rohr wurde renaturiert: Der Fluss hat jetzt mehr Platz

Von Jürgen Rabbel
30. Juli 2016 // 13:00

Links und rechts steile Uferkanten, kein Platz, um sich auszubreiten: Die Rohr war eingezwängt. Das ist jetzt vorbei. Auf 1,3 Kilometer Länge wurde der Fluss renaturiert.

In Abschnitten renaturiert

Mit schwerem Gerät wurde dem Uferrandbereich seit August vergangenen Jahres ein neues Profil verpasst. Nicht am Stück, sondern in mehreren Abschnitten „links und rechts von der Rohr auf Flächen der öffentlichen Hand“, sagt Ricarda von Rummell, bei der Umweltabteilung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS für das Projekt zuständig. Insbesondere Uferabflachungen und mehrere Überschwemmungsebenen entstanden dadurch. Profitieren werde davon die Pflanzen- und Tierwelt in der Rohrniederung, so Jörg Reinhold, Abteilungsleiter der Wasserbehörde. Eine Verbesserung der Wasserqualität sei auch zu erwarten.

Über Jahrzehnte eingepfercht

Über Jahrzehnte war die Rohr eingepfercht, jetzt hat der Fluss im Süden Bremerhavens wieder mehr Freiraum. Und die Natur hat sich das mit der Baggerschaufel geschaffene neue Profil bereits zurückerobert. Die Renaturierung ist ein Ausgleich für den Eingriff durch den Ikea-Bau ins Landschaftsschutzgebiet. Kosten: 740.000 Euro.

Ausgleich für Eingriff in Landschaftsschutzgebiet

„Seit einer Woche sind wir fertig“, so von Rummell. „Es müssen nur noch zwei Weidentore auf der südlichen Seite der Rohrbrücke am Hagener Weg eingebaut werden.“ In der kommenden Woche findet dann die Endabnahme statt.