Täter als Opfer: 430 Kilo Kokain sollen vier Angeklagte aus dem Hafen geschmuggelt haben. Einen von ihnen brachte die eigenen Drogensucht dazu, bei diesen riskanten Aktionen mitzumachen.

430 Kilo Kokain sollen vier Angeklagte aus dem Hafen geschmuggelt haben. Einen von ihnen brachte die eigenen Drogensucht dazu, bei diesen riskanten Aktionen mitzumachen.

Foto: Scheer

Bremerhaven
Justiz

Drogensucht treibt Kokain-Schmuggler an

Von Klaus Mündelein
24. Oktober 2016 // 18:00

Eigentlich wollte er ja gar nicht das Kokain aus dem Hafen schmuggeln. Aber er war frustriert, pleite und brauchte Geld für den eigenen, ständig steigenden Kokainkonsum. Am Ende, so einer der Angeklagten, war er mit von der Partie – wenn auch total benebelt. Hat er der Angeklagte da etwas dick aufgetragen? Einer der drei anderen Mitangeklagten, der in dem Bericht des anderen vor dem Landgericht Bremen oft genannt wird, schüttelte häufiger mit dem Kopf. Immerhin – es drohen hohe Haftstrafen. Da spielt es auch eine Rolle, in welchem Zustand die Schmuggler sich während der Tatzeit befanden.

Rund 430 Kilo Kokain geschmuggelt

Die vier Angeklagten sollen von Ende 2015 bis Februar dieses Jahres in mehreren Fällen rund 430 Kilo Kokain aus dem Hafen geschmuggelt haben. Die Hintermänner werden nicht genannt. Am Montag wurde die Aussage vorgestellt, die einer der Angeklagten bei einer psychiatrischen Gutachterin gemacht hat.

Schmuggel-Hilfe vom Van-Carrier-Fahrer

Der Kokain-Süchtige war in der Vergangenheit mehrfach therapiert worden. Er bemühte sich, seine Beteiligung an dem Schmuggel als Folge seiner sich verschärfenden Sucht darzustellen. Er organisierte Zugangskarten zum Hafen und einen Van-Carrier-Fahrer, der die mit Kokain gefüllten Kühlcontainer zu einem Platz bringen sollte, wo die Drogen entladen werden konnten.

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