Olaf Stenzel auf Eisbären-Wache in Spitzbergen. Foto René Bürgi/Awi

Olaf Stenzel auf Eisbären-Wache in Spitzbergen. Foto René Bürgi/Awi

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Bremerhaven
Wissenschaft

Ein Waffenexperte in der Arktis

Von Ursel Kikker
26. Januar 2016 // 15:46

Olaf Stenzel ist in Bremerhaven Polizist. Und er bringt Wissenschaftlern das Schießen bei. Denn wer in der Arktis forschen will, muss damit rechnen, Eisbären zu begegnen. Stenzel  ist Schießtrainer und Waffenbeauftragter des Alfred-Wegener-Instituts (AWI). Diesen Posten möchte er nicht mehr hergeben.

Training an der Eisbären-Scheibe

In dieser Woche holt der Oberkommissar wieder die Eisbären-Scheiben hervor. Trainiert wird auf einem Schießstand in der Nähe von Bremerhaven mit Expeditionsteilnehmern, die nach Spitzbergen reisen werden. Ihr Ziel ist die deutsch-französische Forschungsbasis AWIPEV. Dort sind Eisbären-Wachen Pflicht: Wer das Wissenschaftlerdorf verlässt, muss eine Waffe dabei oder einen bewaffneten Begleiter an seiner Seite haben.

Die größten Raubtiere an Land

„Eisbären sind fantastisch“, sagt Stenzel, „aber eben auch die größten an Land lebenden Raubtiere.“ Die Wissenschaftler sind gehalten, ihnen aus dem Weg zu gehen oder sich rechtzeitig zurück zu ziehen. Die Waffen, die zu ihrer Sicherheit zur Verfügung gestellt werden, sind in erster Linie dazu da, Eisbären zu vergrämen, Die Signalpistolen mit Knallmunition sind sehr laut.  Nur falls ein Eisbär angreifen sollte, würde das Jagdgewehr zum Einsatz kommen. Ein solcher Fall ist Stenzel noch nicht zu Ohren gekommen. Ein Glück.

Er kümmert sich um die Waffen für 450 Polizisten

Bei der Polizei in Bremerhaven ist Stenzel zuständig für die Waffen, Führungs- und Einsatzmittel für die rund 450 Polizeikollegen. „Ich sorge dafür, dass sie sich in einer bedrohlichen Situation auf ihre Einsatzmittel verlassen können“, sagt er. Ein verantwortungsvoller Job. Doch die beste Waffe sei die, die nicht gebraucht wird, meint der 50-Jährige.

Urlaub für die Forscher

Als Waffenbeauftragter des AWI übernimmt er quasi die gleichen Aufgaben. Stenzel recherchiert, welche Waffen und welches Zubehör für den Einsatz in der Polarregion geeignet sind. Minus 40 Grad müssen sie schon verkraften. Er pflegt die Waffen, repariert sie und vernichtet sie, wenn sie ausgemustert werden. Und reist alle zwei Jahre nach Spitzbergen, um 14 Jagdgewehre und die dazugehörigen Signalpistolen zu kontrollieren. Stenzel muss dafür Urlaub nehmen. Wie sich die Wissenschaftler ärztlich in Arktis versorgen, lesen Sie hier.

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