Die „Giraffenhäuser“ wie hier in der Hafenstraße sind inzwischen aufgrund des öffentlichen Drucks wieder übermalt worden. Foto Scheer

Die „Giraffenhäuser“ wie hier in der Hafenstraße sind inzwischen aufgrund des öffentlichen Drucks wieder übermalt worden. Foto Scheer

Foto: Archivfoto: Scheiter

Bremerhaven

Eine Satzung gegen die Verunstaltung

Von nord24
8. Dezember 2015 // 18:43

Die Stadt Bremerhaven will mit den Erlass von Gestaltungssatzungen verhindern, dass Häuser bei Sanierungsmaßnahmen verunstaltet werden.  Nun soll es endlich losgehen – zunächst im Goethe-Quartier.

"Giraffenseuche" löst Nachdenken in der Politik aus

Ausgelöst wurden die Überlegungen durch die Berichterstattung der NORDSEE-ZEITUNG über die im Sommer 2013 grassierende „Giraffenseuche“. Im Erdgeschoss einiger Häuser in Lehe und Wulsdorf war ein zerklüfteter Rauputz aufgetragen, in zumeist knallbunten Farben bemalt und mit einem an die Fellzeichnung von Giraffen erinnernden weißen Netzwerk überzogen worden. Zudem sorgten immer wieder krasse Fassadenanstriche für Aufsehen.

Fachgutachten als rechtliche Grundlage

Im Bauausschuss war daraufhin im März beschlossen worden, Erhaltungssatzungen für die historisch und gestalterisch wertvollen Gebiete rund um das Goethequartier, zwischen „Alter Bürger“ und Pestalozzistraße sowie in Geestemünde-Süd zu erstellen. Voraussetzung für eine Festlegung ist eine detaillierte fachliche Begutachtung, die die Gründe für eine Ausweisung als Erhaltungsgebiet genau belegt.

Als eine Gründerzeitfassade hinter Styropor verschwand

Erst als die NZ über einen Fall in der Kistnerstraße berichtete, wo ein Hausbesitzer die Verzierungen an einer Gründerzeitfassade abschlagen ließ, um sie hinter dicken Styroporplatten verschwinden zu lassen, stellte sich heraus, dass das Gutachten aus Geldmangel vom Planungsamt noch gar nicht in Auftrag gegeben worden war. Grund genug für die Politik, der Angelegenheit noch einmal mehr Nachdruck zu verleihen.

Kunsthistoriker erstellt eine Expertise

Nun ist der Kunsthistoriker Uwe Schwartz vom Landesamt für Denkmalpflege damit beauftragt worden, zunächst das Gebiet zwischen Pestalozzi- und Hafenstraße, Frenssenstraße und Leher Tor zu begutachten. Die Expertise soll spätestens bis März 2016 vorliegen und Aussagen darüber enthalten, an welchen Häusern Veränderungen charakteristischer Merkmale genehmigungspflichtig sind.

Finanzierung aus dem Stadtumbau-Programm

Die Auflagen werden sich vor allem auf die Fassadengliederung im Quartier, die Farbigkeit, die Fensterformate und auf die Vorgärten in der Goethestraße beziehen. Finanziert werden soll das Ganze aus dem Programm Stadtumbau West.

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