Historisches Museum feiert 110. Geburtstag

Wie spielt man Geige? Jill lässt es sich auf der Galerie des Historischen Museums von Instrumentenbauer Siegfried Stölting zeigen.

Foto: Schimanke

Bremerhaven
Kultur

Familienfest zum 110. Geburtstag des Historischen Museums

Von Sebastian Loskant
31. Januar 2016 // 20:22

Unten im Vortragssaal hörten die Kinder ein Indianerlied, oben auf der Galerie führte Instrumentenbauer Siegfried Stölting vor, wie Geigen und Gamben, Hamburger Cithrinchen und Trumscheit klingen. An die tausend neugierige Besucher feierten mit dem Historischen Museum dessen 110. Geburtstag, der Familiensonntag bei freiem Eintritt stand im Zeichen der Musik.

Im Sommer wird wieder gefeiert

„Eigentlich feiern wir dieses Jahr zwei Geburtstage“, sagt Direktor Dr. Alfred Kube. „110 Jahre gibt es das Städtische Museum als Institution. Und 25 Jahre besteht das Gebäude an der Geeste – das werden wir im Sommer feiern.“

Ausstellung immer aktuell

Die Unterschiede zwischen dem preußischen Geestemünde und Lehe und dem bremischen Bremerhaven aufzuzeigen, aber auch die maritimen Gemeinsamkeiten der so kompliziert zusammengewachsenen Stadt zu zeigen: In diesem Bemühen sei das Museum keineswegs in die Jahre gekommen, so Kube. „Wir halten Ausstellung und Präsentation immer aktuell“, betont er und verweist auf das neue „Selbstbedienungs-Kino“.

Umbau geplant

Für dieses Jahr ist ein Umbau der Galerie geplant, damit künftig ein zweiter Bereich für Sonderausstellungen bereitsteht. Auch eine Cross-over-Veranstaltungsreihe, bei der sich Musik, Führungen und Beisammensein im Stil der Langen Nacht der Kultur ergänzen, wird vorbereitet.

"Attraktiv bleiben"

„Wir müssen uns attraktiv halten“, ist Kubes erklärtes Motto. Dazu erarbeiten derzeit alle zwölf Mitarbeiter des Hauses Vorschläge. Denn: „Die 2015 durch die Erhöhung der Eintrittspreise und Verkürzung der Öffnungszeiten eingebrochenen Besucherzahlen haben zwar 2015 um 30 Prozent zugenommen, liegen aber mit 24 000 auf niedrigem Niveau.“

Willkommenskurse für Flüchtingskinder

Viel tut sich derzeit im museumspädagogischen Bereich: Dr. Kerstin Ras-Dürschner hat die Extra-Tour-Reihe mit Sammlungsgeschichten zu rollenden, zerbrechlichen oder stahlharten Objekten konzipiert. „Wir möchten auch Willkommenskurse für Flüchtlingskinder anbieten, denn bei uns können sie viel über ihre neue Stadt erfahren“, erzählt sie. Kube würde sich hierfür und für andere Schüleraktionen eine Erweiterung des Kindermuseums wünschen. „Im Gegensatz zu anderen Museen der Stadt wurden wir da in den letzten Jahren eher kurz gehalten.“ Auch würde der Museumsdirektor gern das Multi-Media-Angebot erweitern.

Stadtmarketing gefragt

Zudem drängt Kube auf eine stärkere Bewerbung des Museums durch das Stadtmarketing: „Wir haben dafür nur 3250 Euro pro Jahr – das reicht nicht mal für die Flyer.“ Und ein letzter Wunsch: „Es wäre schön, wenn man bei der Einwerbung von Drittmitteln für EU-Projekte mehr an uns denkt.“

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