Federvieh für die Festtage: Biohof schlachtet Gänse selbst

Rund 800 Gänse wurden auf dem Biohof Mühlenberg das ganze Jahr über in Freilandhaltung aufgezogen.

Bremerhaven

Federvieh für die Festtage: Biohof schlachtet Gänse selbst

Von Susanne van Veenendaal
11. Dezember 2016 // 09:00

Für viele gehört die Gans zu Weihnachten wie der geschmückte Tannenbaum und die Geschenke. Wer Wert auf Bio legt, kann sein Festtagsessen auf dem Hof Mühlenberg in Hagen-Kassebruch erstehen.

Eigenes Schlachthaus für weniger Stress

Rund 800 Gänse wurden dort das ganze Jahr über in Freilandhaltung aufgezogen. Damit auch die letzte Station im Leben der Tiere so schonend wie möglich abläuft, wurde vor zwei Jahren ein eigenes Schlachthaus gebaut.

Schlechte Erfahrung mit anderen Schlachtbetrieben

Ein Leben unter freiem Himmel und kein Transport zum Schlachthof – Kerstin Kobbenbrink und ihr Ehemann Hagen Hasselbring wollen ihren Gänsen so wenig Stress wie möglich zumuten. Weil das Paar in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit anderen Schlachtbetrieben gemacht hat, wird seit zwei Jahren in einem eigenen Schlachthaus am Hof geschlachtet.

Gänse sind sensible Tiere

„Sterben ist nie schön. Aber wir wollen, dass das auf eine vernünftige Weise passiert“, sagt Kerstin Kobbenbrink. Zumal Gänse äußerst sensible Tiere seien. „Die leben in einem großen sozialen Verband.“ Schon kleine Veränderungen oder die Trennung der Gruppe führe dazu, dass die Tiere teilweise nicht mehr fräßen, erläutert sie.

Bindung von Mensch und Tier

Außerdem entwickelte auch die Familie jedes Jahr eine gewisse Bindung zu den Gänsen und ziehe sie dementsprechend mit Sorgfalt auf. Wenn die Küken im Frühjahr auf den Hof gebracht werden, kämen sie zunächst in den Stall unter die Wärmelampe. „Da stehen wir nachts oft auf und kontrollieren die Temperatur“, erzählt sie Biolandwirtin. Später kommen die Vögel dann nach draußen und bleiben dort den Sommer über.

Drei Schlachter sind vor Ort

Ein Teil der Tiere werde bereits am 11. November, dem Martinstag, geschlachtet. Zwei Wochen vor Weihnachten schlägt dann für den Rest der Vögel die letzte Stunde. Drei gelernte Schlachter wechseln sich dabei mit der Arbeit ab. Außer Gänse halten Kerstin Kobbenbrink und Hagen Hasselbring auch Enten, Hähnchen, Puten und Rinder. 1998 gründete das Paar den Hof in Kassebruch. Von Anfang an wurde Ökolandbau betrieben, seit 2002 gehört der Hof zu Bioland. Auf den Ackerflächen wird das Getreide für die Tiere im Wechsel mit Kleegras angebaut.