Über den Hinterhof hatte die Feuerwehr keinen Zugang - kein Wunder, denn der ist voll gestopft mit vier Autos und jeder Menge Sperrmüll.

Über den Hinterhof hatte die Feuerwehr keinen Zugang - kein Wunder, denn der ist voll gestopft mit vier Autos und jeder Menge Sperrmüll.

Foto: Wolff

Bremerhaven

Feuer in vermülltem Leher Haus: "Der bringt uns alle in Gefahr"

Von Laura Bohlmann-Drammeh
10. April 2017 // 20:10

In Lehe hat es am Sonntag aus einem Haus geraucht, das vom ersten bis zum vierten Stock mit Müll und Unrat vollgestellt ist. Die Feuerwehr ist nur schwer in das Haus gekommen. Jetzt machen sich die Nachbarn Sorgen. "Der bringt uns alle in Gefahr", sagt Kerstin Wolff.

Feuerwehr in Sorge um eigene Leute

Schon von Weitem habe die Feuerwehr gesehen, dass sich Kartons und Papier in dem Haus in der Körnerstraße 9 in Lehe stapeln, erzählt Einsatzleiter Patrick Schlereth. "Wir sind mit einem mulmigen Gefühl da rein gegangen, weil wir nicht wussten, was uns drinnen erwartet, ob das Feuer die Nachbarhäuser in Gefahr bringt und auch um meine eigenen Leute musste ich mir Sorgen machen", erzählt der Einsatzleiter.

Nachbarn: "Bringt uns alle in Gefahr"

Schlussendlich sei es nur ein Kaminbrand gewesen. "Doch die menschliche Tragödie die dahinter steckt, macht uns schon alle betroffen", sagt Schlereth. Die Nachbarn machen sich Sorgen. "Mit dem ganzen Müll im Haus bringt der Bewohner uns alle in Gefahr", sagt Kerstin Wolff. Sie wohnt mit Mann und Tochter im Nachbarhaus. "Das sind eigentlich nette Leute, aber er schleppt alles an, was nicht niet- und nagelfest ist, bevorzugt Holz."

Mäuse rannten aus dem Haus

Die Feuerwehr gibt ihr Recht. "Bei dieser Brandlast reicht ein Funken und das ganze Haus steht in Flammen", sagt Schlereth. Wolff macht sich außerdem Sorgen um ihre Gesundheit. "Wir haben am Sonntag schon die Mäuse über den Hof rennen sehen", sagt sie.

Behörden können nicht viel tun

Doch das Ordnungsamt wird von sich aus nicht eingreifen. "Das Haus ist Privateigentum", erklärt Leiter Horst Keipke. Das Gesundheitsamt sagt, man müsse im Einzelfall schauen, welche Hilfe notwendig sei. "Ungeziefer, wie etwa Kakerlaken sind an sich nicht gesundheitsgefährdend. Damit wir eingreifen, brauchen wir aber eine konkrete Gefahr", so Henner Naumann, Abteilungsleiter für Infektions- und Umwelthygiene.

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