Plötzlich öffnen sich die Knasttüren: Obwohl sie wegen schwerer Verbrechen angeklagt sind, mussten zwei Bulgaren aus Bremerhaven jetzt freigelassen werden. Sie saßen zu lange in der Untersuchungshaft.

Obwohl sie wegen schwerer Verbrechen angeklagt sind, mussten zwei Bulgaren aus Bremerhaven jetzt freigelassen werden. Sie saßen zu lange in der Untersuchungshaft.

Foto: Jensen

Bremerhaven

Gericht muss angeklagte Bulgaren freilassen

Von Klaus Mündelein
28. Mai 2016 // 12:00

Die zwei Angeklagten, die das Landgericht Bremen auf freien Fuß setzen musste, weil sie zu lange in der Untersuchungshaft sitzen, sind Bulgaren aus Bremerhaven. Das hat die Staatsanwaltschaft bestätigt. Die beiden Bulgaren sollen drei Frauen im Bremerhaven Rotlichtmilieu über Jahre zur Prostitution gezwungen haben. Mit Schlägen und Drohungen setzten sie ihren Willen durch. Sie wurden deshalb wegen Menschenhandel, Zuhälterei und Körperverletzung angeklagt.

Bulgaren saßen zu lang in Untersuchungshaft

Aber  zum Prozess kam es nicht. Weil das Verfahren sich hinzog, war klar, dass die Angeklagten zu lange in der Untersuchungshaft sitzen müssen. Dort dürfen Angeklagte nur sechs Monate festgehalten werden. Das Oberlandesgericht ordnete deshalb die sofortige Entlassung an. Nun droht die Gefahr, dass die Bulgaren ihre unerwartete Freiheit nutzen werden, um abzutauchen.

Gericht klagt über Überlastung

Das Gericht   macht Überlastung für die Panne verantwortlich. Etliche Politiker wundern sich aber darüber, dass das Gericht nicht rechtzeitig um Hilfe gerufen hat, um einer Ersatzkammer den Fall zu übertragen.

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