Etwa die Hälfte aller Flüchtlinge und osteuropäischen Zuwanderer in Bremerhaven sind Kinder und Jugendliche, die meisten sind schulpflichtig. Doch es gibt noch nicht genügend Schulplätze für alle, das Gesundheitsamt kommt mit den nötigen Voruntersuchungen nicht nach.

Etwa die Hälfte aller Flüchtlinge und osteuropäischen Zuwanderer in Bremerhaven sind Kinder und Jugendliche, die meisten sind schulpflichtig. Doch es gibt noch nicht genügend Schulplätze für alle, das Gesundheitsamt kommt mit den nötigen Voruntersuchungen nicht nach.

Foto: Kahnert

Bremerhaven

Gesundheitsamt untersucht in vier Tagen 274 Kinder

Von Susanne Schwan
5. Mai 2016 // 10:00

Hunderte Kinder und Jugendliche aus Flüchtlings- und Zuwandererfamilien warten in Bremerhaven noch auf einen Schulplatz. Doch vor dem Schulbesuch müssen alle Heranwachsenden erst auf ihren Allgemeinzustand amtsärztlich untersucht werden. Wegen Personalmangels konnten das Gesundheitsamt bis Ostern über 400 Kinder nicht anschauen. Doch gut 200 Kinder haben kurzfristig einen Schulplatz bekommen. Darum hat das Gesundheitsamt ungewöhnlich spontan reagiert.

Großaktion im ganzen Amt

Die vier amtlichen Schul-Schwestern sind bereits mit den Untersuchungen für die regulären Erstklässler mehr als ausgelastet. Darum ist kurzfristig eine weitere Krankenschwester eingestellt worden. Und Amtsleiter Ronny Möckel hat eine "konzertierte Großaktion" auf die Beine gestellt, um die 200 Kinder nach Ostern noch vor dem ersten Schulbesuch  zu begutachten.

Kinder zwischen 6 und 16 Jahren untersucht

Aus allen Abteilungen des Amtes haben neun Mitarbeiter von Ärzten über Krankenschwestern bis zu Verwaltungsangestellten drei Teams gebildet. Die haben an vier Tagen insgesamt 274 Heranwachsende zwischen 6 und 16 Jahren untersucht. Es geht darum, zu prüfen, ob Infektionskrankheiten  oder Vorerkrankungen bestehen, wie die Zähne aussehen und wie das Hör- und Sehvermögen ist.

Einladung per Post oder Bote

Logistisch sei die Vorbereitung für diese Großaktion "generalstabsmäßig" gelaufen, lobt Amtsleiter Möckel alle Beteiligten am Mittwochnachmittag vor dem Gesundheitsausschuss. Um die Familien der Asylbewerber und der Zugewanderten vor allem aus Osteuropa ins Amt zu bekommen, sind alle angeschrieben worden. "Die syrischen Familien bekamen die Einladung zur Untersuchung per Post, denn sie halten fast immer Termine ein", so Möckel. Den Zugewanderten aus Osteuropa hat ein Bote das Einladungsschreiben in mehreren Sprachen persönlich abgegeben. Doch nicht alle seien erreichbar gewesen.

Noch etwa 200 Kinder in der Warteschleife

Nun warten noch bis zu 200 schulpflichtige eingewanderte Kinder auf einen Schulplatz und die nötige Voruntersuchung. "Vielleicht sind es weniger", mutmaßt Möckel. "Wir müssen unsere Listen mit denen des Schulamtes abgleichen." Denn einige der zugewanderten Familien könnten Bremerhaven inzwischen wieder verlassen haben.    

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