Die Hafenwirtschaft in Bremen und Bremerhaven betrachtet den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven inzwischen als Millionengrab. Sie stellt die Beteiligung des Landes Bremen infrage.

Die Hafenwirtschaft in Bremen und Bremerhaven betrachtet den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven inzwischen als Millionengrab. Sie stellt die Beteiligung des Landes Bremen infrage.

Foto: Scheer

Bremerhaven

Abgesang auf Bremens Beteiligung am Jade-Weser-Port

1. Dezember 2020 // 15:25

Nachdem die Hafenwirtschaft die Beteiligung des Landes Bremen am Jade-Weser-Port infrage gestellt hat, schlägt nun auch das Hafenressort in diese Kerbe.

Engagement hinterfragen

Hafenstaatsrat Tim Cordßen räumte ein, dass die Situation am Jade-Weser-Port „unbefriedigend“ sei. Dass nun auch noch höhere Instandhaltungsaufwendungen finanziert werden müssen als erwartet, verschärfe die Situation. „Daher werden wir als Gesellschafter die weitere Entwicklung sehr genau prüfen und auch hinterfragen müssen, ob das Engagement der Freien Hansestadt Bremen am JWP nach wie vor die richtige Strategie ist“, sagte Cordßen.

Zu wenig Umschlag

Der Tiefwasserhafen hat zu wenig Umschlag und verdient zu wenig Geld. Bremen und Niedersachsen müssen deshalb immer wieder zubuttern. Der Senat bewilligte am Dienstag zwei Millionen Euro. Mit dem Geld sollen die aufwendigen Ausbaggerungsarbeiten in Wilhelmshaven finanziert werden. Das Hafenressort kann das Geld nur aufbringen, in dem es nun an der Hafenunterhaltung in Bremerhaven und Bremen spart.

Millionengrab

„Eine Beteiligung des Landes Bremen am Jade-Weser-Port, die im Ergebnis zu Lasten der Bremischen Häfen führt, ist politisch nur schwer vertretbar“, sagte am Dienstag Christoph Bruns. Der ist Präsidiumssprecher der Bremischen Hafenvertretung (BHV), in der die Hafenwirtschaft organsiert ist. Und weiter: „Die Beteiligung am JWP erweist sich immer mehr als Millionengrab.“ Deshalb müsse auch die Beteiligung des Landes Bremen kritisch überprüft werden. (fk)

Auch die Bremerhavener Linken fordern den Ausstieg. Mehr dazu lest Ihr am Mittwoch in der NORDSEE-ZEITUNG.

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