Für Kassenpatienten ist es nicht immer leicht, einen Termin bei einem Facharzt zu bekommen. Per Gesetz soll jetzt die Kassenärztliche Vereinigung bei der Terminsuche helfen.

Für Kassenpatienten ist es nicht immer leicht, einen Termin bei einem Facharzt zu bekommen. Per Gesetz soll jetzt die Kassenärztliche Vereinigung bei der Terminsuche helfen.

Foto: Jens Wolf/dpa

Bremerhaven

Hilfe bei der Suche nach einem Facharzttermin

Von Lili Maffiotte
25. Januar 2016 // 17:49

35 Kilometer bis zum Augenarzt? Das ist der älteren Dame viel zu weit. Dann würde sie lieber zum Hautarzt, sagt die Frau aus der Wetterau. Nicht alle Patienten, die am ersten Tag bei der Facharztvermittlung anrufen, haben das System verstanden. Die Mitarbeiter der Terminservicestelle müssen am Montag viel erklären. "Sie brauchen eine besondere Überweisung mit einem Code", sagen sie geduldig stets aufs Neue und "Sie können sich den Arzt leider nicht aussuchen." Schneller zum Facharzt via Callcenter: Kassen-Patienten, die eine ärztliche Überweisung haben, können sich an eine zentrale Telefonnummer der jeweiligen regionalen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) wenden. Die dortigen Mitarbeiter helfen bei der Suche nach einem Facharzttermin. Sie müssen den Patienten innerhalb einer Woche einen Termin vermitteln, der maximal vier Wochen nach dem Anruf liegt. Klappt das nicht, bekommt man ersatzweise einen Termin im Krankenhaus.

"Teurer Unsinn"

Das Bundesgesundheitsministerium hatte die Kassenärzte verpflichtet, diesen Service anzubieten - sie tun das aber nur widerwillig. Terminprobleme gebe es nur in wenigen Fachgebieten, schimpfte der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Frank Dastych. In dringenden Fällen rufe ohnehin der Hausarzt beim Fachkollegen an. Das Ganze sei "Unsinn" und teuer noch dazu.

Die wichtigsten Voraussetzungen für einen Termin beim Facharzt

  • Wie funktionieren die Terminservicestellen?
Der Patient braucht eine ärztliche Überweisung mit einer Codenummer für eine Behandlung bei einem Facharzt. Dann ruft er die Servicestelle seiner regionalen Kassenärztlichen Vereinigung an. Die Mitarbeiter nennen ihm innerhalb einer Woche einen Termin bei einem Experten, wobei zwischen Anfrage des gesetzlich Versicherten und dem Facharzttermin maximal eine Wartezeit von vier Wochen liegen darf. Die Telefonnummer und die Sprechzeiten der Terminservicestelle erfahren Patienten von der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung.
  • Und wenn es doch nicht klappt?
Sollte die Terminservicestelle in den vorgegebenen Zeiträumen keinen Termin bei einem niedergelassenen Facharzt anbieten können, vermittelt sie einen ambulanten Behandlungstermin in einem Krankenhaus.
  • Wer darf sich an die Servicestelle wenden?
Es gibt keine Pflicht für Patienten, sich an die Stelle zu wenden. Nach wie vor kann jeder direkt beim Facharzt Termine machen. Der neue Service ist für Kassen-Patienten gedacht, die dringend eine fachärztliche Behandlung brauchen und selbst keinen zeitnahen Termin bekommen können. Ein Anspruch, zu einem bestimmten Arzt vermittelt zu werden, besteht nicht. Wer den Service also nutzt, verwirkt sein Recht auf freie Arztwahl. Für einen Termin bei einem Frauen- oder Augenarzt braucht man keine Überweisung, darf aber trotzdem den Service in Anspruch nehmen.
  • Wie weit darf der Facharzt entfernt sein?
Für die allgemeine fachärztliche Versorgung darf der Weg in der Regel maximal 30 Minuten länger sein als zum nächstgelegenen Fachkollegen.  

Umfrage In Niedersachsen gibt es keine generelle Quarantänepflicht mehr.

War es richtig, die generelle Quarantänepflicht aufzuheben?

7069 abgegebene Stimmen
Folge nord24 via Messenger
Folge den Pinguins via Messenger
Folge uns auf Facebook
Besuche uns auf Facebook
Abonniere uns auf Instagram
nord24 auf Instagram