Unter den bis zu 170 Flüchtlingen, die jede Woche nach Bremerhaven kommen, sind fast die Hälfte Kinder, meist in Begleitung Angehöriger. Monatlich aber kommen auch etwa 10 unbegleitete Minderjährige an – die Stadt muss die Zahlen nun täglich an die Landeszentrale melden. Foto  Scheschonka

Unter den bis zu 170 Flüchtlingen, die jede Woche nach Bremerhaven kommen, sind fast die Hälfte Kinder, meist in Begleitung Angehöriger. Monatlich aber kommen auch etwa 10 unbegleitete Minderjährige an – die Stadt muss die Zahlen nun täglich an die Landeszentrale melden. Foto Scheschonka

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Bremerhaven

Kinder allein auf der Flucht – und dann?

Von Susanne Schwan
10. Dezember 2015 // 15:13

In der Stadt Bremerhaven leben derzeit 57  Kinder und Jugendliche, die allein, ohne Erziehungsberechtigte aus Krisengebieten wie Syrien oder Afghanistan geflüchtet sind. Ein neues Gesetz zwingt die Stadt nun, schnellst möglich weitere Wohn-Plätze, mehr Personal für Betreuung, Therapie, Beschulung und  Vormundschaften zu schaffen.  Sozialstadtrat Klaus Rosche steht unter Zugzwang: "Dort, wo die Unbegleiteten  als erstes auftreten, hieß es bisher auch, sie in Obhut zu nehmen. Wir haben der Stadt Bremen schon  freiwillig über 30 Jugendliche im Jahr abgenommen. Bisher sind aber auch monatlich etwa zehn direkt in Bremerhaven angekommen, weil sie hier schon vernetzt sind. Und es werden weiterhin mehr. Ab jetzt aber werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wie Erwachsene über eine Quote auf die Länder verteilt."

Land Bremen muss ein Prozent aufnehmen

Das heißt: Das Land Bremen hat nun ein Prozent aller unbegleiteten Minderjährigen, die nach Deutschland kommen, aufzunehmen. Rosche: "Wir übernehmen davon wiederum 20 Prozent."  Ab Mitte 2016 rechne die Stadt mit weiteren 160 neu ankommenden Minderjährigen ohne Begleitung.

20 neue Plätze müssen her

Das, betont Jugendamtsleiterin Susanne Hild, bedeute, 20 neue Clearingplätze einzurichten. Das sind Aufnahmeplätze für die Dauer der Klärung, woher ein Heranwachsender kommt, wie alt er ist, ob er hier Familie und eine Bleibeperspektive als anerkannter Asylbegehrender hat.

Stadt hofft auf Angebote freier Träger

"Das heißt auch, ordentlich mehr sozialpädagogisches, therapeutisches, medizinisches Personal und Nachtdienste und Begleitung traumatisierter Kinder", so Hild.  "Obwohl wir Sozialfachkräftemangel haben, bundesweit. Wir brauchen auf jeden Fall vier zusätzliche Vormünder, bisher haben wir nur eine Stelle hierfür. Und wir brauchen neue Konzepte und hoffen, dass die freien Träger jetzt Angebote dafür machen."

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