Michael Langerbeins ist fasziniert vom Fischereihafen, den er beim Blick aus dem Fenster sieht.

Michael Langerbeins ist fasziniert vom Fischereihafen, den er beim Blick aus dem Fenster sieht.

Foto: Bohn

Bremerhaven
Schiffe & Häfen

Kölner sucht Personal für neues Institut im Fischereihafen

Von Christoph Bohn
23. Dezember 2017 // 14:30

Bremerhaven braucht sich als Stadt nicht zu verstecken. Das kann Michael Langerbeins nur betonen. Der 36-Jährige ist ein richtiger Fan der Seestadt geworden. Und die Vorteile der Stadt versucht er weiterzuvermitteln. Als administrativer Leiter des Instituts für den Schutz maritimer Infrastrukturen kümmert er sich derzeit um den Aufbau des Personalstamms.

50 bis 60 Leute sollen beschäftigt werden

Insgesamt 50 bis 60 Leute sollen in den kommenden fünf bis sechs Jahren bei dem Institut arbeiten, das zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gehört und sich im Biotechnologiezentrum Bio Nord im Fischereihafen angesiedelt hat. International sucht Langerbeins nach Ingenieuren, Physikern und Informatikern.

Zwei Bewerber sagen wegen "unschöner" Stadt ab

Das ist nicht immer leicht: „Ich hatte zwei Bewerber, die zuerst Interesse zeigten, dann aber abgelehnt haben. Ihr Grund: Die Stadt sei zu klein und nicht schön“, erzählt Langerbeins. Er selber kann das nicht nachvollziehen. Der Kölner ist jetzt seit einem Jahr in der Seestadt. „Bremerhaven ist eine große Stadt, aber nicht zu groß. Sie ist angenehm groß“, sagt er mit Blick auf andere Großstädte, wo es eher anonym zugehe. Ihm gefalle vor allem der Deich, wo man im Sommer spazieren gehen und joggen könne.

Wunsch: Kölner Haie in der Eisarena sehen

Derzeit sei er dabei, die Stadt richtig kennenzulernen, auch in Sachen Ausgehen und Freizeit. Dazu gehört Sport: Der Fan des 1. FC Köln bedauert nur, dass er das Pokalspiel bei der Leher TS verpasst hat. „Aber vielleicht kann ich ja mal die Kölner Haie in der Eisarena sehen“, meint er. Auswandererhaus, Klimahaus und Zoo am Meer habe er sich leider noch nicht anschauen können.

Langerbeins: Man spürt Aufbruchstimmung

Ein wichtiger Aspekt der Stadt sei das maritime Flair mit dem Blick aufs Wasser und dem Hafen. „Es passt eben auch zu unserem Institut. Wir haben das, was wir schützen wollen, direkt vor der Nase“, sagt Langerbeins. Zudem spüre man die Aufbruchstimmung in der Stadt, passend zum Institut, in dem auch eine Startup-Atmosphäre herrsche.

Schon einige Mitarbeiter angeworben

Das versuche er auch den Bewerbern klarzumachen – mit Erfolg. So hat er schon mehrere Zusagen bekommen. „Auch von Leuten, die vorher in Amsterdam und London gewohnt und gearbeitet haben“, berichtet er. Sogar aus Hamburg kommen Mitarbeiter, obwohl auch das ja eine Hafenstadt sei. „Aber in Bremerhaven ist man viel dichter an der Küste.“

Niedrige Mieten

Außerdem: Ein wichtiger Aspekt seien auch Mieten und Immobilienpreise in der Region gewesen. „Für ein Haus hier bekommt man in Hamburg teilweise keine Zwei-Zimmer-Wohnung“, meint der 36-Jährige. Auch er habe staunend vor den Immobilienangeboten gestanden und zuerst an einen Fehler geglaubt.

Ziel: Angenehmes Arbeitsumfeld

Neben dem maritimen Umfeld will das Institut aber auch ein angenehmes Arbeitsumfeld bieten. Im Bio Nord belegt es das zweite Obergeschoss. Dort wird noch umgebaut. Neben Büroräumen entsteht dort unter anderem ein Kommunikationsbereich. „Zu den Konferenzräumen kommen Räume, in denen man kreativ arbeiten kann“, sagt Langerbeins.

Bund schießt 90 Prozent dazu

Das Institut sucht seine Mitarbeiter nicht nur über die Zeitung, sondern auch online, beispielsweise über Facebook. Eine Erfahrung hat Langerbeins bei der Suche gemacht: „Es gelingt uns auch, Leute herzuholen, die ursprünglich hier aus der Region stammen“, sagt er. Derzeit besteht das Institut-Team aus acht Mitarbeitern. Weitere sieben kommen bis zum 1. April 2018 dazu. „Danach könnten wir jedes Jahr zehn Leute einstellen“, meint Langerbeins – je nachdem, wie viele Drittmittel eingeworben werden. Die Grundfinanzierung erfolgt zu 90 Prozent vom Bund, der Rest kommt vom Land Bremen.

Kleines Team soll zusammenwachen

„Das Schöne am derzeit kleinen Team ist, dass wir zusammenwachsen können“, sagt Langerbeins. Dazu gehören auch gemeinsame Unternehmungen – wie eine Grünkohlwanderung. Organisiert von der einzigen Mitarbeiterin aus dem Cuxland.

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