Sturm Xaver hat für viel Wirbel gesorgt: Er fegte in der Nacht zum 6. Dezember 2013 über den Norden. Foto Ohlthaver

Sturm Xaver hat für viel Wirbel gesorgt: Er fegte in der Nacht zum 6. Dezember 2013 über den Norden. Foto Ohlthaver

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Bremerhaven
Der Norden
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Land unter: Die fünf höchsten Sturmfluten

Von Lili Maffiotte
15. Dezember 2015 // 15:27

Obwohl es in dieser Saison noch keine schweren Sturmfluten gegeben hat, wurden an den Wurster Deichen bereits große Mengen Treibsel angespült. Das soll jetzt in einem neuen Verfahren entsorgt werden, dafür braucht der Deichverband allerdings noch eine Genehmigung des Kreises beziehungsweise von dessen Umweltbehörde. 

Sturmflut ist definiert

Nasse Füße holt man sich schnell an der Küste. Aber Sturmflut geht an der Nordsee anders und ist genau definiert. Sie werden je nach Wasserhöhe in drei Kategorien eingeteilt.

Fünf höchsten Sturmfluten in unserer Region

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Die Nikolausflut: Orkan Xaver räumt ab

Als Orkan Xaver im Dezember 2013 Kurs auf Bremerhaven nimmt, zahlt sich die zwei Meter Erhöhung des Deichs aus: Im Mai 2013 ist das Bollwerk nach fast zweijähriger Bauzeit fertig geworden. Eine Punktlandung für die Nikolausflut, für die sogar ein kleiner Katastrophenstab eingerichtet wurde. Mit 4,99 Meter über Normal Null (NN) ist die Flut als schwere Sturmflut eingestuft. " Damit lief diese Flut 38 Zentimeter niedriger auf als die Sturmflut von1962. Und auch wenn den Deichbesuchern die Mützen wegfliegen, gibt es für die Bremerhavener nichts Schöneres als bei Sturm an den Deich zu gehen wie das Video zeigt.

Zwei Sturmfluten in einem Monat

Die Sturmflut von 3./4. Januar 1976 erreicht eine Höhe von +5,19 Meter über NN. Der sogenannte Capella-Orkan zieht über Mitteleuropa und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. 82 Menschen sterben. Den Namen hat der Orkan von dem Schiff Capella aus Rostock, das während des Sturms vor der niederländischen Küste mit elf Mann Besatzung sank. Und kaum hatten sich die Küstenbewohner von dieser Sturmflut erholt, kam 21. Januar 1976 die nächste. Auch sie hatte einen Wasserstand von +4,90 NN. IMG_7760

Unvergessen bleibt die verherrende Flut von 1962

Mitte Februar dreht der Nordwind und drückt große Wassermengen in die Deutsche Bucht. Schuld ist der Orkan Vincinette. In Bremerhaven und an der Wurster Küste versuchen die Menschen, mit Sandsäcken die Deiche zu halten. Vergebens. Um 22.54 Uhr bricht der Schutz 200 Meter nördlich des Wasserstandsanzeigers. Aber nicht nur dort kommt eine Katastrophennachricht nach der anderen. Auch in der provisorischen Einsatzleitstelle in Wremen häufen sich die Hiobsbotschaften: Die Brecher reißen den Boden aus dem Deich, die Kutter in den Häfen am Wremer und Dorumer Tief sind ein Spielball der Naturgewalt, bis der Orkan sie an den Deich spukt. 381_008_548037_150_Sturm_x Die unmittelbare Gefahr ist gegen 2.45 Uhr zu Ende. Die Deiche konnten gehalten werden. In Bremerhaven bewahrt das Sturmflutsperrwerk in der Geeste (Kennedybrücke) die Stadt vor einer Katastrophe. Der Wasserstand am 16. Februar 1962: +5,37 Meter NN. Auf dem fünften Platz der höchsten Sturmfluten hat es die Flut vom 13. März 1906 geschafft. Betroffen sind die belgische, niederländische und deutsche Küste. Trotz der +4,89 NN brechen keine Deiche.
Lange hat es gedauert, aber nun ist es fix: Bremerhaven bekommt ein neues Sperrwerk als Schutz gegen Sturmfluten.
 

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