Leher Charme: Wenn das Grillhähnchen noch mit Händen gegessen wird #isso

Foto: Symbolbild: Sauer/dpa

Bremerhaven

Leher Charme: Wenn das Grillhähnchen noch mit Händen gegessen wird #isso

Von Klaas Tucholke
3. November 2019 // 12:00

Zugegeben: So ganz neu bin ich in Bremerhaven nicht. Als Journalist habe ich für einen Bremer Radiosender fast zehn Jahre lang immer mal wieder Termine in der Seestadt wahrgenommen. Hier ein Termin in der Eisarena Bremerhaven, da ein Termin mit Oberbürgermeister Grantz im Alten Hafen. Orte, die das Bild der Stadt prägen sollen. Schmetterlinge im Bauch hatte ich aber zum ersten Mal, als ich in die Hafenstraße abgebogen bin. #isso

Zum ersten Mal in der Hafenstraße

Vorstellungsgespräch bei meinem neuen Arbeitgeber – der NORDSEE-ZEITUNG. Das Medienhaus hat seinen Sitz in dieser pulsierenden Straße. Mein Navi sagte mir: An der Stadthalle vorbei – kannte ich von den Eisbären Bremerhaven. Dann weiter Hinrich-Schmalfeldt-Straße – kannte ich durch Pressetermine von der Polizei im Revier Lehe. Dann rechts in die Hafenstraße...

Halbes Hähnchen mit Pommes

Meine erste Reaktion: "Was geht bitte hier denn ab?!" Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Geschäfte, Kneipen, Restaurants, Dönerbuden und Menschen, die das besondere Flair dieses Stadtteils komplett machen. Auf den zweiten Blick habe ich noch was entdeckt – einen Imbiss bei dem ich ein halbes Hähnchen mit Pommes kriege. Ich liebe diese „ausgewogene“ Mahlzeit. In der ersten Mittagspause bei meinem neuen Arbeitgeber war also klar – denn man hin.

Plattdeutscher Charme

Standesgemäß wurde beim Betreten des Ladens mein "Moin" von den Gästen norddeutsch freundlich erwidert. Hier wusste ich gleich: Das sind Bremerhavener Originale. Mit „Mien Jung, was darf's sein?“, wurde ich von der Köchin des Hauses begrüßt. Der plattdeutsche Charme saß wie Amors Pfeil direkt in meinem Herzen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich einmal in eine ältere Dame so schnell verliebe. Als ich jedoch den Zustand des fettigen Kittels, der als Arbeitsklamotte diente, sah, entwich mir dieses Gefühl auch schnell wieder.

Guten Hunger

Vor mir also nach der liebevollen Zubereitung: ein halbes Hähnchen mit Pommes. Dazu Curryketchup, ein Stück Kopfsalat, eine Scheibe Tomate, sowie eine Gurkenscheibe. "Bon Appetit!"

"Ess mit Händen!"

Nach ein klein bisschen Pulen, mein erster Biss mit Messer und Gabel ins Hähnchenfleisch. Schnell gab es aber schon die Stadtteil entsprechende Korrektur meines Essverhaltens. „Junger Mann, ess mit’n Händen, das schmeckt viel besser“, legte mir die Köchin nahe.

Erster sympathischer Eindruck

Sie hatte Recht. Es hat wirklich besser geschmeckt. Und sie hat mir eins schnell beigebracht: Egal, wo du herkommst, egal wer du bist, ob Mann, ob Frau, groß oder klein, Manager oder Müllmann – hier hast du gefälligst dein Hähnchen mit den Händen zu essen. Und sie gehörte, bei allen Problemen die dieser Stadtteil hat, zu den Menschen, die mir einen ersten sympathischen Eindruck von dieser besonderen Straße in Lehe verschafft hat – der Hafenstraße in Bremerhaven.

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