Der Anklagte sagt im Mordprozess aus.

Der Anklagte sagt im Mordprozess aus.

Foto: Koller

Bremerhaven

Leher Mordprozess: Syrer kann sich nicht an tödliche Stiche erinnern

Von nord24
25. April 2017 // 20:30

23-mal soll ein 36-Jähriger in Lehe auf seine Ehefrau eingestochen haben, seit Anfang April verhandelt das Landgericht Bremen nun wegen Mordes gegen den Mann. An Tag zwei des Verfahrens sagte der Angeklagte am Dienstag selbst aus. Er könne sich bis heute nur bruchstückhaft an den Tattag erinnern, sagte er. Dass seine Frau überhaupt getötet wurde, bezweifelte der Syrer vehement.

Im Obduktionsbericht sind schwerste Verletzungen dokumentiert

„Meine Frau passt auf die Kinder auf. Sie ist nicht tot. Sie lebt“, sagt der 36-Jährige mit Nachdruck. Dass das nicht stimmen könne, beweise allein schon der Obduktionsbericht über die junge Frau, widerspricht der Vorsitzende Richter Helmut Kellermann. 23 Stich- und Schnittverletzungen, verteilt über Hals, Beine und Oberkörper stellten die Gerichtsmediziner beim Opfer fest. „Ich sage Ihnen deutlich, Ihre Frau ist tot“, wiederholte der Richter, „sie kann nicht mehr am Leben sein“. Bereits zu Prozessauftakt hatte der Mann in einem spontanen Ausruf davon gesprochen, seine Frau sei nicht gestorben.

Staatsanwalt: Eifersucht ist das Motiv gewesen

So fest der Angeklagte scheinbar an seine Unschuld glaubt, so schwerwiegend scheinen die bisherigen Beweise gegen den Mann zu sein. Die Kammer deutete bereits an, es gehe im Verfahren viel mehr um das mögliche Motiv als überhaupt um die Frage der Täterschaft. Laut Staatsanwalt Oliver Constien war es Eifersucht, die den Mann zu der Tat trieb. Die 22-Jährige soll Wochen vor ihrem Tod einen neuen Mann kennen und lieben gelernt haben. Als der Angeklagte von der bevorstehenden Hochzeit seiner Noch-Ehefrau erfuhr, soll er zugestochen haben.

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