Jürgen Sahr wohnt seit 1977 in seinem Haus am Marschbrookweg. Regelmäßig läuft der 74-Jährige die Spielstraße hinauf bis zum Sportplatz. Und dort dreh ich dann ein paar Runden. Foto Rabbel

Jürgen Sahr wohnt seit 1977 in seinem Haus am Marschbrookweg. Regelmäßig läuft der 74-Jährige die Spielstraße hinauf bis zum Sportplatz. "Und dort dreh ich dann ein paar Runden." Foto Rabbel

Foto:

Bremerhaven

Marschbrookweg: Leben in Ruhe und doch in Stadtnähe

Von nord24
17. November 2015 // 14:12

Fast zwei Kilometer ist der Marschbrookweg in Bremerhaven lang. Aber auf nur einem Drittel ist die Straße im Geestemünder Ortsteil Grünhöfe beidseitig bebaut. Mehr als zehn Straßen stoßen oder kreuzen den Weg, der bis 1938 die Bezeichnung „Im Moor“ trug und damals in nahezu unbebautes Gebiet führte. Erst ab den 1960er Jahren wurde dieser Zipfel Bremerhavens richtig bebaut. Zu den Ur-Siedlern am Marschbrookweg zählt die Familie von Rudolf Albrecht. „Meine Mutter war zwölf Jahre alt, als sie hier in die ,Pampa‘ gezogen ist. Das war 1934“, erzählt der 54-Jährige. „Gelebt haben sie in einer Holzbaracke. Die hab ich auch noch kennengelernt. In meiner Kindheit gab es hier noch Bauernhöfe. Da hab ich immer Milch geholt. Und Ihmels Park und das Schützenhaus waren auch noch da.“

Fast ländlich lebt´s sich im Marschbrookweg

Erst mit dem Bau der Siedlung Auf der Bult (1962 bis 1964) rückten die Häuser an den Marschbrookweg heran. „So richtig Kontakt hatten wir damals zu den Nachbarn nicht. Das ist erst später gewachsen“, erzählt Albrecht, dessen Haus auf der Ostseite am Marschbrookweg steht. „Hier ist es wunderbar ruhig, fast noch ländlich“, betont der 54-Jährige, der in seinem Garten unter anderem Hühner hält. Verbessert habe sich in den vergangenen Jahren auf alle Fälle die Versorgungslage. Nur ein paar Autominuten entfernt „gibt es Aldi, Netto, Penny, E-Center. Was wollen wir mehr“, meint Albrecht. „Kindergarten, Grundschule, Sportplatz und das Freibad sind auch gleich um die Ecke.“ Einziger Kritikpunkt: „Die Löcher in der Straße könnten mal wieder geflickt werden.“

Gefeiert wird manchmal natürlich auch zusammen

Das Problem mit Schlaglöchern und Pfützen haben die Marschbrookweg-Anlieger ab Höhe Bütower Straße nicht mehr. Die Piste wurde dort vor Jahren zur Spielstraße umgebaut. Alle paar Meter bremsen Huckel im Straßenbelag flotte Fahrer aus. Außerdem verengen bepflanzte Inseln die Straße. „Das hat damals richtig was gebracht“, freut sich Jürgen Sahr heute noch über die gelungene Verkehrsberuhigung. Der 74-Jährige lebt mit seiner Frau seit 1977 am Marschbrookweg. „Die Nachbarschaft ist super. Man kennt sich und man achtet aufeinander, wenn mal jemand verreist ist“, betont Sahr. „Und gefeiert wird manchmal natürlich auch zusammen.“

Kleingärtner als Nachbarn

Richtig toll findet der 74-Jährige außerdem die Anlage vom Verein der Gartenfreunde Grünhöfe. Das Gelände mit den Parzellen zieht sich vom Karlsweg bis an den Marschbrookweg. „Dort lässt sich prima spazieren gehen.“ Fünfmal in der Woche joggt Sahr den Marschbrookweg – vorbei am Freibad – hoch bis zum Sportplatz vom BSC Grünhöfe. Dort dreht er dann noch einige Runden Gebaut wurden Sportplatz und Vereinsheim in den 1960er Jahren. Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre hatte der BSC auch sein Hoch. „Wir hatten zu der Zeit rund 1500 Mitglieder. Jetzt sind es noch 450“, so der BSC-Vorsitzende Volkmar Karsten. „Damals gab es im Stadtteil aber auch noch sehr viele Kinder.“

Generationswechsel in vollem Gang

Inzwischen setzt am Marschbrookweg ein Wandel ein. Es seien in den vergangenen Jahren schon einige ältere Hausbesitzer weggezogen, meint Albrecht. Jüngere übernehmen die Häuser. Außerdem wurden auch einige Lücken bebaut, und am Anfang des Marschbrookwegs stehen zwischen Seiler- und Sperlingstraße zig Neubauten. „Neue Mitglieder gewinnen wir aus den Reihen aber kaum“, bedauert Jens Wünsche, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft „Auf der Bult/Am Überlandwerk“. Die Gemeinschaft grenzt an den Marschbrookweg und sorgt mit zig Veranstaltungen vom Adventskranzaufhängen, Seniorenfeier, Kohltour und Maibaumaufstellen für gesellige Nachbarschaftstreffen. Die anderen Straßen in Bremerhaven, die wir in unserer großen Serie vorstellen, finden Sie in unserer Artikelsammlung.

Umfrage In Niedersachsen gibt es keine generelle Quarantänepflicht mehr.

War es richtig, die generelle Quarantänepflicht aufzuheben?

8019 abgegebene Stimmen
Folge nord24 via Messenger
Folge den Pinguins via Messenger
Folge uns auf Facebook
Besuche uns auf Facebook
Abonniere uns auf Instagram
nord24 auf Instagram