Rauchwolken steigen beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen auf

Rauchwolken steigen beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen auf

Foto: Konjer/dpa

Bremerhaven
Cuxland

Moorbrand nun Fall für die Justiz - Lungenärzte warnen

Von nord24
20. September 2018 // 16:45

Der durch Raketentests der Bundeswehr ausgelöste großflächige Moorbrand in Meppen beschäftigt nun auch die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Lungenärzte widersprechen indes der Darstellung der Bundeswehr.

Brand und Umweltschäden

"Da kommen Branddelikte in Betracht, insbesondere die Brandstiftung und möglicherweise auch Umweltdelikte, wenn besonders geschützte Gebiete wie Naturschutzgebiete betroffen sind", sagte Behördensprecher Alexander Retemeyer. Auf dem Gebiet brennt es seit Anfang September, nachdem von einem Bundeswehr-Hubschrauber Raketen abgefeuert wurden.

Feuer unter Kontrolle

Anfangs versuchte die Feuerwehr die Flammen auch aus der Luft zu löschen, doch der Brand breitete sich unterirdisch aus. Eine Fläche von mehr als 1000 Fußballfeldern ist betroffen. Insgesamt sei das Feuer unter Kontrolle. "Der Brand kann sich nicht weiter ausbreiten", so ein Bundeswehrsprecher. Dennoch wird erwartet, dass die Löscharbeiten noch ein bis zwei Wochen andauern.

Unverständnis

Dass der Brand von der Bundeswehr verursacht wurde, stößt bei vielen Menschen auf Unverständnis. "Die Übungen der Bundeswehr im Moorgebiet mit Raketen und sonstiger Munition müssen ab sofort eingestellt werden", forderten die Grünen im niedersächsischen Landtag. Auch die CDU-Fraktion im Landtag verlangte Aufklärung. "Ich erwarte von der Bundeswehr, dass sie erklärt, warum überhaupt bei der extremen Trockenheit mit Raketen geübt wurde und ob alle Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden", sagte Fraktionschef Dirk Toepffer.

Weiterhin Rauch in der Region

Auch in Bremerhaven, im Cuxland, dem Landkreis Rotenburg und in der Wesermarsch sind je nach Wetterlage weiterhin Gestank und Rauch zu erwarten. Für Freitag kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) höhere Windstärken an, die den Brand weiter anfachen könnten. Dort sind Sturmböen von rund 75 Stundenkilometern möglich.

Für Kranke "echtes Problem"

In Oldenburg sind an den beiden Vortagen etwas höhere Feinstaubwerte gemessen worden. Grenzwerte seien aber nicht überschritten worden. Der Aussage der Bundeswehr, der Rauch sei ungefährlich, widersprechen indes die Lungenärzte. "Die Rauchwolke führt zu einer massiven Feinstaubbelastung und ist eine Gefahr für die Gesundheit", sagte ein Sprecher des Bundesverbandes. Schleimhäute würden auf die Feinstaubbelastung reagieren, ein Kratzen im Hals oder ein Hüsteln seien die Folge, erklärte der Mediziner. Für junge und gesunde Menschen sei dies unschädlich, für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen aber ein "echtes Problem". (dpa)

Immer informiert via Messenger
Würdet ihr euch mit Astrazeneca impfen lassen?
745 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger