Sind nun gewappnet für die vielen Fahrten zu Therapien und zum Arzt: (von links) Oma Anja Heß, Amy und Jacqueline Steenken haben nun ein eigenes Auto. „Hilfe für Mitbürger“ und Stiftungen haben sich an den Kosten für den gebrauchten Kangoo beteiligt.

Sind nun gewappnet für die vielen Fahrten zu Therapien und zum Arzt: (von links) Oma Anja Heß, Amy und Jacqueline Steenken haben nun ein eigenes Auto. „Hilfe für Mitbürger“ und Stiftungen haben sich an den Kosten für den gebrauchten Kangoo beteiligt.

Foto: Scheschonka

Bremerhaven

Mutter der kranken Amy bedankt sich bei Spendern von "Hilfe für Mitbürger"

Von Gaby Schürhaus
23. März 2016 // 08:00

Die erste Fahrt mit dem neuen Auto war gar nichts Besonderes. Es ging mit Amy zur Physiotherapie. Aber Mutter Jacqueline Steenken steht der Sinn auch nicht nach Sensationen. Sie ist schon glücklich, wenn der Alltag reibungslos klappt. Deshalb hat sie ein großes Schild „Danke!“ gebastelt, das sie allen „Hilfe-für-Mitbürger“-Spendern zeigt. Denn die haben dazu beigetragen, dass das Leben mit ihrem schwerbehinderten Kind leichter wird – durch ein Rekordergebnis.

77699,50 Euro gesammelt

77 699,50 Euro sind seit dem 1. November auf dem Konto der Hilfsaktion eingegangen, die im Jahr 2000 von der NORDSEE-ZEITUNG und Kirchen in der Region ins Leben gerufen worden ist. In der ganzen Zeit ist über den Winter nie mehr Geld für die Aktion gesammelt worden. Damit werden inzwischen das ganze Jahr über Menschen unterstützt, die unverschuldet in Not geraten sind.

Kind mit Katzenschrei-Syndrom

So wie Jacqueline Steenken, die ihr Leben ganz neu sortieren musste, nachdem ihre Tochter Amy im Oktober 2014 geboren wurde. Denn das Kind hat das seltene Katzenschrei-Syndrom. Die kleine Amy atmet über eine Kanüle in der Luftröhre und wird über eine Magensonde ernährt. Bis zu 50 Mal am Tag muss bei ihr Schleim aus den Bronchien abgesaugt werden, alle drei Stunden inhaliert sie.

Jeden Tag ein Termin

So ist ihre Mutter beinahe jeden Tag mit Amy unterwegs zur Physiotherapie, zur Frühförderung oder zur Logopädie. Immer mit dabei sind eine Wickeltasche mit Absaugeutensilien und Sauerstoff, Kanülen und ein Monitor. Bis vor kurzem hat sich Jacqueline Steenken für diese Fahrten ein Auto geliehen. Doch nun brauchte Amy einen neuen Kindersitz, der nicht mehr in das Leih-Auto hineinpasste. „Ich hab dann alles auf einmal gemacht“, sagt die junge Frau. Bei der Krankenkasse den Sitz beantragt, der extra angefertigt werden musste. Stiftungen angeschrieben, ob man sie nicht bei der Anschaffung eines eigenen Autos unterstützen würde. Am Ende hat dann alles geklappt.

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