Obdachlos nach Brand in Lehe: Julia Slavova bekommt Kleider- und Spielzeugspenden von Anna Klech, vom Verein Sonnenblume e.V.

Obdachlos nach Brand in Lehe: Julia Slavova bekommt Kleider- und Spielzeugspenden von Anna Klech, vom Verein Sonnenblume e.V.

Foto: Bohlmann-Drammeh

Bremerhaven

Nach Feuer in Bremerhaven: Obdachlose Familie braucht dringend Hilfe

Von Laura Bohlmann-Drammeh
14. April 2017 // 10:00

Der Schock steht ihr noch immer ins Gesicht geschrieben. Julia Slavova, fünffache Mutter aus Bulgarien ist am Montagabend durch das Feuer in der Wülbernstraße obdachlos geworden. Wie es weiter geht, weiß die Familie noch nicht. Der Verein Sonnenblume e.V. hat ihnen das Nötigste an Kleidern gespendet.

Ohne Schuhe vor Flammen geflohen

„Wir haben nichts mehr, unsere Kleidung, unsere Möbel, alles ist verbrannt. Nicht mal Schuhe haben wir angezogen, als wir aus dem Fenster gesprungen sind“, erzählt die junge Frau auf bulgarisch. Zeit, den Schock des Brandes zu verarbeiten, hat Slavova kaum gehabt. „Wir waren erst im Krankenhaus, dann waren wir den ganzen Tag auf Ämtern unterwegs, um Hilfe zu bekommen“, erzählt die 25-Jährige.

Wohnung schwer zu finden

Mit ihrem Mann und den fünf Kindern ist sie vorübergehend in einem Hotel untergebracht. Wie es danach weiter geht, weiß Slavova nicht, die Familie lebt nur von Kindergeld, eine Wohnung ist schwer zu finden. „Mein Mann sucht Arbeit“, sagt die junge Frau. Seit ein paar Monaten lebt die Familie in Bremerhaven, in ihrer Heimat sei es ihnen noch schlechter gegangen, sagt sie.

Ehrenamtliche spenden Kleidung

Die 25-Jährige sitzt in der Küche des Kinderprojektes „Sonnenblume ev.“ und wartet auf Kleider- und Spielzeugspenden. Das Sozialamt hat den Kontakt hergestellt. „Ich bin sehr dankbar“, sagt Slavova. Anna Klech hat ihr einen Berliner auf den Teller gelegt, doch den rührt die junge Frau kaum an. „Ich habe keinen Appetit, seit Tagen nicht“, sagt sie.

"Flammen kamen mir entgegen"

Slavova war in der Küche ihrer Wohnung, als ihre Kinder am Montagabend Rauch bemerkten. „Ich habe die Wohnungstür aufgemacht, da kamen mir schon die Flammen entgegen. Vor lauter Panik habe ich meine Kinder aus dem Fenster geworfen, unten standen Leute, die sie mit Decken aufgefangen haben“, erzählt sie.

Baby ist nach Brand wohlauf

Ihrem einen Monat alten Säugling und den anderen Kindern sei nichts passiert, Mutter und Schwester sind noch im Krankenhaus. Psychisch müssten alle noch die Ereignisse verarbeiten.

Spenden sind willkommen

Sachspenden für die obdachlos gewordene Familie sind herzlich willkommen und werden bei der Awo-Kleiderkammer, Surfeldstraße 29, entgegengenommen. Spender sollten am am besten einen Zettel mit dem Hinweis "Für die Brandopfer aus der Wülbernstraße" beilegen.

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