Patienten sollen für eine ambulante Operation künftig nach Bremen fahren.

Patienten sollen für eine ambulante Operation künftig nach Bremen fahren.

Foto: Dedert/dpa

Bremerhaven

Nach Tagesklinik-Insolvenz in Bremerhaven: Patienten sollen nach Bremen fahren

Von Denise von der Ahé
2. Juni 2018 // 07:00

Nach der Insolvenz des ambulanten OP-Zentrums „Tagesklinik am Meer“ in Reinkenheide sollen die Ärzte nach Ansicht der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zumindest vorerst in Bremen operieren. Frauenarzt Dr. Conrad Ojike und Augenarzt Dr. Alper Bilgic hatten auf eine dauerhafte OP-Möglichkeit im Ameos-Klinikum Seepark in Debstedt gehofft. Doch dafür gab es keine Genehmigung der KV im Land Bremen.

Ärzte sind sauer auf die Kassenärztliche Vereinigung

Die Ärzte sind sauer: „Die KV legt uns Steine in den Weg“, sagt Ojike, der darauf hofft, doch noch eine Lösung in Bremerhaven finden zu können. „Für mich ist es unfassbar, dass den Patienten zugemutet werden soll, nach Augen-Operationen von Bremen nach Bremerhaven zurückzufahren“, findet Bilgic. Die Vorgehensweise der KV sei „patientenunfreundlich“.

Kassenärztliche Vereinigung weist Vorwürfe zurück

Der Vorstandsvorsitzende der KV im Land Bremen, Dr. Jörg Hermann, weist die Kritik zurück: „Die Kassenärztliche Vereinigung hält sich an Regeln und Gesetze.“ Wer als Arzt im Land Bremen niedergelassen sei, müsse auch hier die Leistungen erbringen und könne das nicht ohne rechtliche Grundlage in einem anderen Bundesland tun. "Mal eben so etwas zu genehmigen, was angeblich gut für den Patienten sein soll, ist schlicht unmöglich“, sagt Hermann.

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