Mit diesen Zetteln wirbt "Nebenan.de" in letzter Zeit in Bremerhaven um neue Kunden für die kostenlose Netzwerkplattform.

Mit diesen Zetteln wirbt "Nebenan.de" in letzter Zeit in Bremerhaven um neue Kunden für die kostenlose Netzwerkplattform.

Foto: Screenshot Facebook

Bremerhaven

Nachbarschaftsnetzwerk "Nebenan.de" wirbt in Bremerhaven

Von Laura Bohlmann-Drammeh
2. Juni 2017 // 08:00

„Hallo liebe Nachbarn“ – so beginnen die schlichten Zettel, die in letzter Zeit in Briefkästen in Geestemünde, Leherheide und anderen Stadtteilen verteilt wurden. Die Verbraucherzentrale weist daraufhin, dass die Daten für Werbung genutzt werden könnten.

Onlineplattform steckt dahinter

Die Empfänger werden aufgefordert, sich auf der Online-Plattform „Nebenan.de“ anzumelden und so den direkten Kontakt zu ihren Nachbarn herzustellen. „Auf den ersten Blick wirken die Zettel so, als seien sie  von echten Nachbarn geschrieben“, sagt Annabel Oelmann, Vorsitzende der Verbraucherzentrale Bremen. Doch tatsächlich würden die Zettel systematisch von dem Berliner Startup „Good Hood GmbH“ verteilt. Das betreibt die Onlineplattforn, die Mediengruppe Burda ist daran finanziell beteiligt.

Bisher keine Beschwerden

„Nebenan.de“ funktioniert wie ein soziales Netzwerk und verspricht, dass nur „echte Nachbarn“ dort vertreten seien. Um das zu gewährleisten, müssen bei der Anmeldung Name und Adresse angegeben werden und diese durch ein Foto eines offiziellen Briefdokumentes oder des Personalausweises verifizieren werden. „Die Frage ist, was passiert mit den persönlichen Daten?“, fragt Oelmann. Laut Aussage der Betreiberplattform achte man auf den Datenschutz und gebe Daten nicht weiter. „Bisher liegen der Verbraucherzentrale keine Beschwerden über unerwünschte Werbung oder ähnliches vor“, so Oelmann weiter.

Daten für Werbung nutzbar

Auch die Verbraucherzentrale der Seestadt hat noch keine Beschwerden bekommen. „Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass hier ein gewerbliches Unternehmen das Nachbarschaftsnetzwerk organisiert und insofern natürlich auch eigene wirtschaftliche Interessen verfolgt“, so Oelmann. Es sei davon auszugehen, dass – wenn der Verbraucher dem nicht ausdrücklich widerspricht – seine Daten zum Zweck von zielgerichteter Werbung genutzt werden.

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