Projektleiter Dr. Michael Hauenschild (links) spricht über 14 000 Kilometer mit der Kollegin im Eis. Chefarzt Prof. Oliver Radke und Chirurgin Linda Dunker sehen die Werte zugleich am Computer.

Projektleiter Dr. Michael Hauenschild (links) spricht über 14 000 Kilometer mit der Kollegin im Eis. Chefarzt Prof. Oliver Radke und Chirurgin Linda Dunker sehen die Werte zugleich am Computer.

Foto: Archivfoto: Scheiter

Bremerhaven

Notfalltraining für Ärzte im ewigen Eis

Von Susanne Schwan
7. Dezember 2015 // 16:47

Die Ärztin Linda Dunker wird am Klinikum Reinkenheide auf ihren Einsatz auf der Neumayer-Station III  in der Antarktis vorbereitet. Während der Weltgipfel ums Klima ringt, ringen die Polarforscher des Alfred-Wegener-Instituts mit Ärzten im Klinikum Reinkenheide um die Internetverbindung: Das Ping ist weg. Der Signalton für den Testlauf in Telemedizin. Wäre dies kein Test, sondern ein Ernstfall, wäre das Schweigen des Satelliten fatal: Ohne Ping keine Werte, kein EKG, kein Blutdruck, kein Sauerstoffgehalt, kein Puls. Denn am Klinikum sollen im Ernstfall Operationen auf der Neumayer-Station III zeitgleich über Liveschaltung begleitet werden – per Telemedizin.

Für die Chirurgin erfüllt sich ein Lebenstraum

„Haben Sie schon jemanden an die Monitore angeschlossen?“, Dr. Michael Hauenschild, leitender Oberarzt der Anästhesie, klebt am Telefon – fast 14 000 Kilometer entfernt wartet auch Chirurgin Petra Gößmann-Lange auf das erlösende Ping-Signal. Nach einem Jahr wird die Ärztin auf der Forschungsstation im Januar abgelöst. Für Linda Dunker geht dann ein Lebenstraum in Erfüllung: „Ich wollte unbedingt eine Überwinterung in der Antarktis miterleben“, sagt die Hamburger Chirurgin.

Drei Wochen Crash-Kursus in Standard-Narkose

Seit 1. November drückt die 53-Jährige wieder die „Schulbank“ – als Gast des Klinikums bekommt die erfahrene Medizinerin hier einen dreiwöchigen Standard-Narkose-Crash-Kursus. Denn, erklärt Professor Dr. Oliver Radke, Chefarzt der Anästhesie, „der jeweilige Arzt auf der Neumayer-Station und auch der auf dem Forschungsschiff ‚Polarstern‘ müssen im Ernstfall nicht nur operieren, sondern auch die Narkose einleiten, Zugänge legen, den Beatmungsschlauch.“

Satellit überträgt Vital-Werte ruckzuck aus dem Eis in die Klinik

Seit 2004 ist Anästhesist Michael Hauenschild bereits Leiter dieses Projekts. Das überträgt ruckzuck über Satellit alle Vitalfunktionen eines Polar-Patienten vom Narkosegerät des Operations-Raums im Eis auf den Monitor in Reinkenheide. Wenn denn die beiden Übertragungssysteme funktionieren.

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