Nürnberg ist eine Nummer zu groß

Foto:

Bremerhaven

Nürnberg ist eine Nummer zu groß

Von Lars Brockbalz
6. Januar 2017 // 23:27

Die Nürnberg Ice Tigers waren eine Nummer zu groß für die Fischtown Pinguins – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Gegen die körperlich deutlich überlegenen Gäste fanden die Pinguins nie zu ihrem Spiel und verloren in der mit 4647 Zuschauern ausverkauften Eisarena mit 0:3. Die Nürnberger feierten damit ihren neunten Sieg in Serie in der DEL. Die Ice Tigers zeigten, wie sie die letzten acht Spiele in Folge gewonnen hatten. Defensiv standen sie super sortiert, sie hatten die Kontrolle über die Defensivzone und die gegnerischen Schläger. Die Pinguins hatten kaum Chancen. „Sie haben eng an uns gestanden und uns keinen Platz gelassen. Mit ihrer körperlichen Präsenz haben sie viel Druck ausgeübt. Der Sieg geht ganz klar in Ordnung. Nürnberg hat ein Top-Spiel gemacht“, räumte Pinguins-Trainer Thomas Popiesch ein. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass allen drei Gegentreffern Nachlässigkeiten der Pinguins vorausgingen. „Es war sehr frustrierend. Wir haben nicht unser Spiel gespielt, aber wenn wir gegen eines der besten Teams der Liga mithalten wollen, müssen wir das“, sagte Pinguins-Torjäger Jack Combs.

Nürnberg lässt kaum Chancen der Pinguins zu

Die Ice Tigers ließen für die Pinguins so wenig Chancen zu wie kaum ein Gegner zuvor. „Bremerhaven war bisher das einzige Team der Liga, gegen das wir noch nicht gewonnen hatten. Das wollten wir unbedingt ändern“, sagte Nürnbergs Trainer Rob Wilson. Das war von der ersten Minute an zu sehen. „Nur wenn Nürnberg etwas mehr riskierte, kamen die Pinguins mal durch. So hatten sie ihre besten Chancen zu Beginn bei Überzahl der Nürnberger. Aber Jordan Owens scheiterte genauso wie Mike Hoeffel. Das Spielgeschehen bestimmten die Nürnberger. Sie gaben mehr Schüsse ab, konnten den erneut in Topform agierenden Pinguins-Torhüter Jerry Kuhn aber nicht überwinden. Besonders spektakulär hielt er gegen David Steckel und zweimal in kurzer Folge gegen Torjäger Patrick Reimer.

Jack Combs scheitert mit einem Penalty

Hätte Jack Combs in der 21. Minute seinen Penalty verwandelt, wer weiß welchen Verlauf das Spiel genommen hätte. Nürnberg hätte aufmachen müssen, die Pinguins mehr Platz gehabt. Doch er scheiterte an Torhüter Andreas Jenike. „Klar, wenn ich den reinmache, wird es ein ganz anderes Spiel. Ein Tor hätte uns Selbstvertrauen gegeben“, sagte Combs selbstkritisch. Für seinen Trainer war die Szene weniger spielentscheidend: „Auch bei einer Führung hätten wir unser Spiel deutlich verbessern müssen.“ Anstelle der Pinguins ging Nürnberg kurz nach dem vergebenen Penalty in Führung. Eingeleitet wurde das 0:1 (26.) durch einen Fehlpass von Jeremy Welsh im eigenen Drittel. Den fing David Steckel ab, Brandon Prust vollendete. Auch beim 0:2 (32.) waren die Pinguins nicht hellwach. Gleich mehrfach verpassten sie es, den Puck vor dem eigenen Tor zu klären. Steven Reinprecht bedankte sich mit dem zweiten Nürnberger Treffer.

Popiesch: Wir haben nicht unser Top-Level erreicht

Einen Zwei-Tore-Rückstand gegen eine derartig gut organisierte Mannschaft wie Nürnberg aufzuholen, ist eine Herkulesaufgabe. Aber die Pinguins hatten an diesem Abend keinen sagenhaften Helden in ihren Reihen. Rob Bordson hätte es werden können, doch er scheiterte in der 46. Minute an Jenike. Nach einem Fehlpass von Atte Pentikäinen erzielte Andrew Kozek drei Minuten später das 3:0 für die Gäste. Der Treffer bedeutete die Entscheidung zugunsten des Tabellenzweiten. „Wir müssen auf unserem Top-Level gegen Nürnberg spielen, um eine Chance zu haben. Das haben wir nicht geschafft“, sagte Trainer Popiesch.

Am Sonntag spielen die Pinguins in Wolfsburg

Auch am Sonntag in Wolfsburg (14 Uhr) wird das nötig sein, um punkten zu können. Wie immer nahm Popiesch aber auch aus der Niederlage etwas Positives mit. „Die Einstellung war von der ersten bis zur letzten Minute gut. Darauf werden wir Sonntag aufbauen.“ Und noch etwas Gutes gab es aus Sicht der Pinguins: Weil David Zucker nach langer Pause wieder dabei war, hatten sie – vom Langzeitverletzten Sami Venäläinen abgesehen – erstmals alle Spieler zur Verfügung. „Jetzt sind wir in der sehr guten Situation, dass alle gesund sind und wir intern den Konkurrenzkampf haben“, sagte Popiesch.

Die Statistik zum Spiel

Fischtown Pinguins - Nürnberg Ice Tigers 0:3 ( 0:0, 0:2, 0:1) Pinguins: Tor: Kuhn (Nieminen); Abwehr: Moore, Lavallee –  Lampl, Bergman – Pentikäinen, Tiffels – Maschmeyer; Angriff: Combs, Bordson, Welsh – Hooton, Quirk, Owens – Mauermann, Bast, George – Dejdar, Hoeffel, Zucker Nürnberg: Tor: Jenike (J. Reimer); Abwehr: Teubert, Festerling – Jurcina, Syvret – Mebus, Martinovic; Angriff: Pföderl, Steckel, Prust – Segal, Dupuis, Kozek – P. Reimer, Reinprecht, Ehliz – Pfleger, Möchel, Weber Tore:  0:1 (25:59) Prust (Steckel, Syvret); 0:2 (31:39) Reinprecht (P. Reimer, Ehliz); 0:3 (48:17) Kozek (Dupuis) Strafzeiten: Pinguins: 8 Minuten – Ice Tigers: 10 Minuten Schiedsrichter: Bastian Haupt, Willi Schimm Zuschauer: 4647 (ausverkauft)

Immer informiert via Messenger
Wie steht ihr zur Maskenpflicht in der Bremerhavener Innenstadt?
476 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger