Die Bremer Stadtmusikanten sind nicht nur touristisch viel abgelichtetes Markenzeichen der Hansestadt, sondern ein uraltes Märchenmotiv bei den Volksmärchen der Gebrüder Grimm. Und in der Psychologie wird gerade dieses Märchen gern als Element in Therapiesitzungen vor allem mit depressiven Patienten eingesetzt.

Die Bremer Stadtmusikanten sind nicht nur touristisch viel abgelichtetes Markenzeichen der Hansestadt, sondern ein uraltes Märchenmotiv bei den Volksmärchen der Gebrüder Grimm. Und in der Psychologie wird gerade dieses Märchen gern als Element in Therapiesitzungen vor allem mit depressiven Patienten eingesetzt.

Foto: privat

Bremerhaven

„Nur Mut - ran ans Märchenerzählen!“

26. Februar 2021 // 12:08

Heute ist Welttag „Erzähl ein Märchen“. Warum Märchen für Kinder ein Lebensschatz sind, sagt der Arzt Prof. Dr. Uwe Gonther im Interview.

Erfunden in USA

„Tell a fairy tale - Erzähl ein Märchen“: So fordert der Welttag am 26. Februar Menschen zum Fabulieren und Phantasieren auf. Erfunden vor ungefähr zehn Jahren in den USA, passt das Datum aber bestens: Nur zwei Tage zuvor, am 24. Februar, ist der Geburtstag des wohl berühmtesten deutschen Märchensammlers: Wilhelm Grimm, geboren 1786. Ohne Märchen geht‘s nicht - aber warum eigentlich?

Märchen in der Psychotherapie

Märchen sind eine Schatzkiste für ganze Leben, sagt einer, der Märchen sogar in seiner Therapie mit psychisch kranken Menschen verwendet: Professor Dr. Uwe Gonther, Ärztlicher Direktor der Psychiatrie an den Ameos-Kliniken in Debstedt, spricht von „Leitplanken“ durch Lebenskrisen, die Märchen vermitteln können.

Im Märchen gibt es fast immer Lösungen aus auswegsloser Situation

Gonthers bevorzugtes Märchen in Gesprächen mit Patienten, so erzählt er im Interview, sind sogar die „Bremer Stadtmusikanten“: Mit den vier Tieren und ihrer scheinbar aussichtslosen Konfliktsituatuion könnten sich zum Beispiel Menschen mit Depressionen gut identifizieren. „Und sie erleben, welche Lösungsstrategien man doch noch entwickeln kann.“ Kindern - aber auch Erwachsenen, Kranken, Geschwächten, Märchen vorzulesen, vermittele ein tiefes Gefühl von Geborgenheit.

Warum beim Märchen-Erzählen Nähe und Intimität entsteht und warum das manchmal aber auch gefährlich sein kann, erfahrt Ihr im Interview auf NORD|ERLESEN.

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