Das Reinheitsgebot ist heute vor 500 Jahren verabschiedet worden.

Das Reinheitsgebot ist heute vor 500 Jahren verabschiedet worden.

Foto: Frank Leonhardt/dpa

Bremerhaven

Nur diese Zutaten dürfen ins Bier

Von Lili Maffiotte
23. April 2016 // 15:31

Es galt als das älteste Lebensmittelgesetz: das Reinheitsgebot für Bier. Erlassen hatten es der bayerische Herzog Wilhelm IV. und sein Bruder Herzog Ludwig X. Und das aus gutem Grund. Denn vorher wurden auch gern Zutaten wie Ochsenalle, Eichenrinde oder Schafgarbe zugemischt. Seit dem 23. April 1516 gilt: In Bier darf nur Wasser, Hopfen und Gerste. Heute ist auch Malz erlaubt. Malz... ...wird je nach Biersorte aus Gerste oder Weizen gewonnen. Nach dem Reinheitsgebot soll bevorzugt Gerste zur Malzherstellung verwendet werden. Das Getreide wird mit Wasser vermengt, damit es keimt. Danach wird das Grünmalz ähnlich dem Rösten von Kaffee in der Darre getrocknet. Es gibt über 40 Sorten, etwa helles und dunkles Malz, Rauch- oder Karamellmalz. Hopfen... ...sorgt für den mehr oder weniger bitteren Geschmack des Bieres. Zudem beeinflusst er die Schaumkrone und erhöht die Haltbarkeit. Es gibt Bitter- und Aromahopfen. Der Braumeister kann aus über 200 Sorten auswählen. Meist nimmt er mehrere Sorten für einen Sud. Das größte Hopfenanbaugebiet der Welt liegt in der Hallertau, zwischen München und Nürnberg. Wasser ...ist der Hauptbestandteil jedes Biers. Seine Mineralstoffe beeinflussen den Geschmack. So wird das malzig-süße Münchner Dunkelbier mit hartem Wasser gebraut. Das feinherbe Pils hingegen braucht weiches, kalkarmes Wasser. Die Anforderungen an Brauwasser sind laut Trinkwasserverordnung höher als die an Trinkwasser. Hefe... ...verwandelt bei der Gärung den Malzzucker in Alkohol, Kohlensäure und Wärme. Die Hefe prägt auch das Aroma des Biers maßgeblich mit. Es gibt 200 Hefestämme. Brauer unterscheiden zwischen obergärigen Hefen für Weizen- und untergärigen für Gerstenmalz. Untergärige sinken an den Boden der Flüssigkeit, Obergärige steigen auf.

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