In so einem Behälter werden Organe transportiert. Im Klinikum Reinkenheide in Bremerhaven wurde so ein Behälter seit drei Jahren nicht mehr gebraucht.

In so einem Behälter werden Organe transportiert. Im Klinikum Reinkenheide in Bremerhaven wurde so ein Behälter seit drei Jahren nicht mehr gebraucht.

Foto: Stache/dpa

Bremerhaven

Organspenden brechen ein

Von Denise von der Ahé
16. April 2016 // 08:00

Nach der Organpanne im Klinikum Reinkenheide vor mehr als einem Jahr ist die Zahl der Organspender massiv zurückgegangen. 2014 wurden im Land Bremen noch bei 16 Spendern Organe entnommen, im vergangenen Jahr gab es nur noch zwei Organspender. Bundesweit blieb die Zahl hingegen stabil. Im Klinikum Reinkenheide war im Dezember 2014 bei einer hirntoten Patientin eine Organentnahme abgebrochen worden. „Durch einzelne Vorfälle bei Organtransplantationen an deutschen Kliniken, aber auch durch den Vorfall in Reinkenheide, ist es möglicherweise zu einem Vertrauensverlust und auch Verunsicherungen beim Personal gekommen“, sagt Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD).

Organpanne im Klinikum Reinkenheide

Als der Bauch der Patientin in Reinkenheide aufgeschnitten war, soll ein Arzt der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) den Eingriff gestoppt haben, weil er einen nicht ganz ausreichenden Wert bei einem Atemtest vorgefunden hatte, den Mediziner aus Reinkenheide vorgenommen hatten. Der Frau wurden keine Organe entnommen, ein möglicher Empfänger ging leer aus.

"Gravierende Kommunikationsmängel"

Die bei der Bundesärztekammer angesiedelte Überwachungskommission prüfte den Fall und kam zu dem Ergebnis, dass die Frau zwar zweifelsfrei hirntod gewesen sei. Gleichzeitig kritisierte das Gremium jedoch, „dass die Abläufe nach der Feststellung des Hirntodes durch gravierende Kommunikationsprobleme der Beteiligten geprägt waren, so dass hier äußerst dringlicher Verbesserungsbedarf besteht“. Gemeint sind damit Kommunikationsprobleme zwischen dem Klinikum und der DSO. Aus dem Kommissionsbericht geht hervor, dass die Abläufe der abgebrochenen Organentnahme streitig bleiben. Das Klinikum und die DSO hätten im Nachhinein versucht, die Verantwortung für die gescheiterte Organentnahme der Gegenseite zuzuschreiben.

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