Experten untersuchen den Pottwal auf dem Eversand. 
Foto: 261News / Andre van Elten

Experten untersuchen den Pottwal auf dem Eversand. Foto: 261News / Andre van Elten

Foto:

Bremerhaven

Pottwal findet letzte Ruhe auf der Sandbank

Von Thorsten Brockmann
14. Januar 2016 // 18:33

Der in der Außenweser verendete Pottwal soll nicht geborgen werden. Der tonnenschwere Kadaver liegt so sicher auf einer Sandbank, dass er dort sich selbst überlassen bleiben soll und langsam verrotten. Experten haben am Donnerstag den Unterkiefer des Wals mit seinen kostbaren Zähnen aus Elfenbein entnommen  - aus Angst vor Souvenirjägern.

Beschwerliche Fahrt

Die Fahrt zum Eversand zehn Kilometer vor Bremerhaven war beschwerlich. Ein kleines Boot tuckerte von Hooksiel zwei Stunden quer durch Jade- und Wesermündung. Auf der Sandbank marschierte das Quartett noch einmal gute anderthalb Kilometer, um den toten Wal zu erreichen.

Mitten im Nationalpark

Die Fundstelle liegt mitten im Nationalpark in einer Ruhezone, die von Menschen nicht betreten werden darf. Weil die Flut hier nicht höher als 80 Zentimeter aufläuft, soll der Pottwal an Ort und Stelle bleiben. „Es geht von ihm keine Gefahr aus“, sagt ein Sprecher der Nationalparkverwaltung. Es sei nicht damit zu rechnen, dass der Kadaver bei Hochwasser aufschwimmt und zum Hindernis für die Schifffahrt wird. „Wenn die Natur sich selbst überlasen bleibt, ist das doch gar nicht schlecht“, meint auch Olaf Meyer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven, das bei seinen Einsätzen auf der Weser nun auch immer einen Blick durchs Fernglas auf den Wal werfen soll.

Zähne müssen raus

Die Veterinäre meinen, dass der Kadaver wegen der fortgeschrittenen Verwesung schon mindestens seit dem vergangenen Wochenende auf der Sandbank liegen muss. Aus Angst, dass Trophäenjäger sich doch aufmachen könnten zu der Sandbank, haben Tierärzte dem Wal den Unterkiefer entnommen. Die Zähne des Meeressäugers sind aus Elfenbein.

Greenpeace: Wale sind Sondermüll

Die vor Helgoland, Büsum und auf Wangerooge entdeckten Pottwale werden abgedeckt. Die Entsorgung ist aus Sicht des Meeresbiologen Thilo Maack von Greenpeace auch aus Umweltgründen nicht unproblematisch. „Walkadaver sind eigentlich Sondermüll“, sagte er. Sie seien stark mit Schwermetallen belastet. Einen Bericht über die elf toten Wale in der Nordsee lesen Sie hier.

Umfrage In Niedersachsen gibt es keine generelle Quarantänepflicht mehr.

War es richtig, die generelle Quarantänepflicht aufzuheben?

7967 abgegebene Stimmen
Folge nord24 via Messenger
Folge den Pinguins via Messenger
Folge uns auf Facebook
Besuche uns auf Facebook
Abonniere uns auf Instagram
nord24 auf Instagram