Zoff im Gericht: Ausgerechnet zwei Halbbrüder bezichtigen sich gegenseitig der Lüge im Kokainprozess, in dem ansonsten die meisten Fakten durch Geständnisse geklärt sind.

Ausgerechnet zwei Halbbrüder bezichtigen sich gegenseitig der Lüge im Kokainprozess, in dem ansonsten die meisten Fakten durch Geständnisse geklärt sind.

Foto: Mündelein

Bremerhaven
Justiz

Richter platzt im Kokainprozess der Kragen

Von Klaus Mündelein
14. November 2016 // 15:00

Inzwischen ist im Kokainprozess am Landgericht klar geworden, wie die vier Angeklagten rund um den Jahreswechsel 430 Kilogramm Kokain aus dem Hafen geschmuggelt haben. Aber in ein paar Punkten gibt es Abweichungen. Ausgerechnet zwei Halbbrüder unter den Angeklagten werfen sich gegenseitig Lügen vor. Dem Richter platzte da der Kragen. Zu Beginn des Prozesses war einer der vier Angeklagten geständig. Inzwischen haben die anderen nachgelegt. Und siehe da: Derjenige, der anfangs als der gute Junge dastand, wird jetzt zum Problemfall. Der Hafenarbeiter behauptet weiterhin, dass er den anderen keine Zugangskarte für den Hafen besorgt hatte.

Streit der Halbbrüder im Kokainprozess

Zwei andere Angeklagte, darunter der Halbbruder des Hafenarbeiters, behaupten aber das Gegenteil. Richter Helmut Kellermann fragte reihum, und alle blieben bei ihren Versionen. Sollte an diesem Punkt jetzt die einvernehmliche Lösung scheitern, die ein verkürztes Verfahren im Kokainprozess und mildere Haftstrafen ermöglicht?

Richter spricht von Lügen

Der Richter machte klar, dass die Version der beiden Angeklagten glaubwürdiger ist als die des Mannes, der leugnet, dass mit seiner Hilfe die Schmuggler in den Hafen gelangten. Er sprach sogar von Lügen und drohte dem Mann, sein Verfahren abzutrennen. Er gebe nur zu, was er zwingend zugeben müsse, warf Kellermann dem Mann vor.

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