Der Zulassungsausschuss hat Professor Wolfgang Friedmann die Ermächtigung für die ambulante Krebsbehandlung entzogen.

Der Zulassungsausschuss hat Professor Wolfgang Friedmann die Ermächtigung für die ambulante Krebsbehandlung entzogen.

Foto: Scheschonka

Bremerhaven

Schock für Krebspatientinnen von Professor Friedmann

Von Denise von der Ahé
27. Juli 2016 // 20:56

Verzweifelte Patientinnen meldeten sich am Mittwoch bei der NORDSEE-ZEITUNG: Der Zulassungsausschuss von Kassenärztlicher Vereinigung (KV) und Krankenkassen hat entschieden, dass der Chefarzt der Frauenklinik in Reinkenheide, Professor Wolfgang Friedmann, die ambulante Versorgung von Krebspatientinnen sofort einstellen muss. Der Grund: Eine ambulante Bremerhavener Onkologie-Praxis habe genug Kapazitäten für alle Patientinnen.

Therapieserie fortführen

Friedmann musste daher am Mittwoch seine Patientinnen informieren, dass sie kurzfristig zum niedergelassenen Onkologen wechseln müssen. Doch nach dem Anruf der NORDSEE-ZEITUNG bei der Kassenärztlichen Vereinigung im Land Bremen gibt es jetzt Hoffnung: „Wir bestimmen, dass alle bis zum 26. Juli begonnenen Chemotherapien bei Professor Friedmann bis zum Ende der Therapieserie fortgeführt werden, längstens für sechs Monate“, sagt der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung, Christoph Fox.

"Keine Ermächtigung für ambulante Chemotherapien mehr"

Das war passiert: Der Zulassungsausschuss aus Krankenkassen und Ärztevertretern hatte am 6. Juni beschlossen, dass Friedmanns Ermächtigung für ambulante Chemotherapien nicht verlängert wird. Die Grundlage für die Entscheidung: Eine Erklärung einer ambulanten Bremerhavener Onkologie-Praxis, dass sie fachlich und zeitlich in der Lage sei, alle ambulanten Krebspatientinnen zu übernehmen. Nach Angaben der KV bekommt ein Krankenhausarzt nur dann eine Ermächtigung für die ambulante Behandlung von Patienten, wenn diese nicht ausreichend von niedergelassenen Ärzten erbracht werden kann.

Friedmann erst Wochen nach der Entscheidung informiert

Die Nachricht, dass seine Ermächtigung über Ende Juni hinaus nicht verlängert wird, bekam Friedmann erst am Dienstag. Das Skurrile daran: Danach hätte Friedmann seine Patientinnen ambulant bereits seit einigen Wochen nicht mehr behandeln dürfen. Die Kassenärztliche Vereinigung hätte mit einer Verlängerung der Ermächtigung gut leben können, sagt Fox. Das sei aber im Zulassungsausschuss, in dem auch die Kassen sitzen, mehrheitlich nicht angenommen worden.

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