Die Baurabeiten für den Offshore-Terminal haben begonnen.

Während die Hafengesellschaft Bremenports weiterhin den Bau des Offshore-Terminals vorbereitet, drohen die Naturschützer unverzagt mit einer Klage. Auch ein Appell des Wirtschaftssenators, die Haltung noch einmal zu überdenken, ändert daran nichts. Foto: Scheer

Foto: Scheschonka

Bremerhaven
Windkraft

Senator bittet um Verzicht auf Klage gegen den Offshore-Terminal

Von Klaus Mündelein
14. Dezember 2015 // 18:42

Angesichts des historischen Klima-Abkommens von Paris, das den Ausbau der Offshore-Windenergie beflügeln wird, appelliert Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) an den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), auf seine Klage gegen den Offshore-Terminal (OTB) zu verzichten. Bis 2030 muss die Hälfte aller Kohlekraftwerke abgeschaltet werden“, benannte Günthner die Auswirkungen der in Paris vereinbarten Ziele auf Deutschland. „Der Offshore-Windkraft wird dabei eine zentrale Rolle zukommen“, sagt er. Der Ausbau der Windparks an Land sei begrenzt, „an den Mittelgebirgskämmen gibt es einen Häuserkampf um jede Anlage“, warnt Günthner.

Entscheidung für den Offshore-Terminal richtig

„Ich appelliere deshalb an den BUND, seine Haltung zur Klage noch einmal zu überdenken“, bittet der Senator bei der Vorstellung der Hafenbilanz. Für ihn sind die Klima-Ziele von Paris ein Beleg, dass die Entscheidung für den OTB richtig ist. Die Bundesregierung werde den Deckel für den Ausbau der Windparks wieder lockern müssen. Dass Bremerhaven mit der Mischung aus Forschung und Produktion einer der zentralen Offshore-Standorte ist, will er sich auch durch Einschätzungen des BUND nicht madig machen lassen. Günthner verweist auf 2500 Arbeitsplätze in der Seestadt, während Siemens in Cuxhaven allenfalls 1000 Jobs angekündigt habe. Die Offshore-Windenergie lege gerade die Kinderkrankheiten ab, sie werde effizienter, und dazu diene auch der OTB.

BLG-Chef: Offshore-Terminal bietet große Chancen

An den Schub aus Paris glaubt auch BLG-Chef Frank Dreeke. Sein Unternehmen will den OTB betreiben. Er will von hier aus neue Windparks errichten und die Anlagen bestehender Parks erneuern. „Wir sehen hier gute Möglichkeiten, im Kreis der Großen mitzumachen“, sagt er. Der Spezial-Hafen mit dem 300 Hektar großen Gewerbegebiet im Rücken biete große Chancen, die Logistikprozesse schneller zu machen und damit die Kosten zu senken, betont Dreeke. Bremens BUND-Geschäftsführer Martin Rode glaubt dennoch nicht, dass Bremerhaven bei der Energiewende noch im Rennen ist. „Es werden verschiedene Standorte profitieren, die bereits stark am Markt sind, aber nicht die, die hinterherhinken“, sagt er. Die Produktion von Siemens in Cuxhaven reiche, um den europäischen Bedarf abzudecken. Hier spielt seiner Meinung nach künftig die Musik. „Unsere Einschätzung hat sich nicht geändert“, antwortet Rode auf den Appell des Senators, „wir planen unsere Klage.“ Er geht davon aus, dass er bis zum Jahresende Zeit hat, die Klage einzureichen.

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