Über 1300 Akten haben die Ermittler der Kriminalpolizei bei zwei Vereinen sichergestellt. Darin sind schon jetzt zahlreiche Hinweise auf Sozialbetrug gefunden worden.

Über 1300 Akten haben die Ermittler der Kriminalpolizei bei zwei Vereinen sichergestellt. Darin sind schon jetzt zahlreiche Hinweise auf Sozialbetrug gefunden worden.

Foto: Symbolfoto: Pilick

Bremerhaven

Sozialbetrug: Polizei beschlagnahmt über 1300 Akten

Von nord24
8. April 2016 // 18:01

Die Kriminalpolizei hat mehr als 1300 Akten bei zwei Bremerhavener Vereinen sichergestellt. Sie sollen Zuwanderern aus Osteuropa den Weg in die deutschen Sozialsysteme weisen und damit kräftig verdienen. Die Unterlagen werden jetzt von einer speziellen Ermittlungsgruppe nach Sozialbetrügern durchforstet. Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD): "Wir haben es mit einem breit angelegten kriminellen Geflecht zu tun."

Bulgaren werden gezielt nach Bremerhaven geschleust

In Bremerhaven hat die Zuwanderung aus Osteuropa in den vergangenen Monaten extrem zugenommen. Zurzeit dürften es um die 5000 Personen sein. Die größte Gruppe stellen Bulgaren, die nach den Erkenntnissen der Polizei gezielt in die Seestadt geschleust werden. Sie stammen vorwiegend aus dem Raum Varna, wo sie oftmals in ärmlichsten Verhältnissen leben mussten.

Mit gefälschten Arbeitsnachweisen Sozialhilfe beantragt

In Deutschland steht ihnen zunächst ausschließlich Kindergeld zu. In den Genuss von weiteren Sozialleistungen kommen sie erst dann, wenn sie mindestens ein halbes Jahr in der Seestadt gearbeitet haben. Mit einer entsprechenden Bescheinigung können sie dann ergänzende Hilfen zum Lebensunterhalt beantragen. Nach den bisherigen Ermittlungen sind dabei im großen Umfang betrügerische Beschäftigungsnachweise vorgelegt worden.

Die Fäden laufen bei zwei Vereinen zusammen

Koordiniert wird das alles laut Polizei von zwei Vereinen, die ein und denselben Vorsitzenden haben. Von dessen Konten sollen bisher mehr als 800.000 Euro ins Ausland überwiesen worden sein. Mit verdient haben offenbar auch Unternehmen, die Zuwanderer weit unter dem Mindestlohn und unter Missachtung von Sicherheitsbestimmungen beschäftigen.

Umfrage In Niedersachsen gibt es keine generelle Quarantänepflicht mehr.

War es richtig, die generelle Quarantänepflicht aufzuheben?

8524 abgegebene Stimmen
Folge nord24 via Messenger
Folge den Pinguins via Messenger
Folge uns auf Facebook
Besuche uns auf Facebook
Abonniere uns auf Instagram
nord24 auf Instagram