Schutz vor Spuck-Attacken: Die Spuckhaube „POL-i-VEIL weiß“hat sich im vergangenen Jahr bei der Polizei bewährt. Wer die Beamten anspuckt, bekommt so eine Haube auch künftig verpasst.

Die Spuckhaube „POL-i-VEIL weiß“hat sich im vergangenen Jahr bei der Polizei bewährt. Wer die Beamten anspuckt, bekommt so eine Haube auch künftig verpasst.

Foto: Scheschonka

Bremerhaven

Spuckschutzhauben gegen ekelige Attacken

Von Klaus Mündelein
13. Januar 2016 // 14:29

Gewalt, Beschimpfungen und Respektlosigkeit gehören inzwischen zu den alltäglichen Erfahrungen der Polizisten. Um sich zumindest gegen Spuck-Attacken wehren zu können, sollen die Beamten nun mit Spuckschutzhauben ausgerüstet werden. Sie werden denjenigen über den Kopf gezogen, die bei einer Verhaftung um sich spucken oder mit einem Spuck-Angriff drohen.

Spuckschutzhauben werden ein Jahr getestet

Ein Jahr lang wurden die so genannten „Spuckschutzhauben“ von den Beamten in Bremerhaven und Bremen getestet. 60 Mal kamen sie zum Einsatz. Und zwar sehr häufig dann, wenn alkoholisierte und zumeist gewaltbereite Täter verhaftet werden mussten. Angespuckt zu werden, ist für die Beamten nicht nur eine ekelhafte Respektlosigkeit. Das kann sogar gefährlich werden. In vier Fällen lagen bei den Tätern Infektionskrankheiten vor. Meist handelte es sich um Menschen, die an Hepatitis C erkrankt waren. Eine Gefahr bilden aber auch HIV-Infektionen. Für die Beamten ist es eine Tortur, nicht zu wissen, ob sie sich angesteckt haben. Um überhaupt Gewissheit zu haben, dass ihr Gegenüber eine Erkrankung hat, haben inzwischen Polizisten, Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Krankenhäusern sowie Sozialarbeiter einen Anspruch darauf, unverzüglich über mögliche Krankheiten informiert zu werden.

Zwölf Spuckschutzhauben zur Auswahl

Die Spuckhauben helfen vorbeugend. „Der Einsatz hat sich bewährt“, lautet das Urteil der Polizisten in beiden Städten. Zwölf unterschiedliche Varianten waren getestet worden. Als bester Spuckschutz erwies sich die Haube „POL-i-VEIL weiß“. Fünf Euro kostet eine Haube, die nach einmaliger Benutzung entsorgt wird. Widerstand gegen Haube Wer bereits vor der Festnahme in Richtung der Beamten spuckt oder dieses androht, bekommt so eine Haube verpasst. In der Testphase wehrten sich die meisten, stießen und traten in Richtung der Beamten. Trotz dieser aufgeladenen Situationen wurden die Täter dabei nie verletzt, was nach Ansicht der Innenbehörde des Landes ein Hinweis auf die Ungefährlichkeit der Haube ist. Sie sei das mildeste Mittel zur Abwehr von Spuck-Attacken. Die Dienstanweisung der Bremerhavener Polizei für den Einsatz solcher Hauben schreibt vor, dass die Betroffenen ständig beobachtet werden müssen, besonders die Atmung, Bewegung und Sprache. Sie müssen genügend Luft bekommen. Bei Auffälligkeiten muss die Haube sofort abgenommen werden.

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