Allein rund 350 Krippenplätze fehlen in Bremerhaven. Die Stadt plant nun zügig neue Einrichtungen mit Bundesmitteln zu bauen.

Allein rund 350 Krippenplätze fehlen in Bremerhaven. Die Stadt plant nun zügig neue Einrichtungen mit Bundesmitteln zu bauen.

Foto: Seeger

Bremerhaven

Stadt will 500 Kita-Plätze aus dem Hut zaubern

Von Susanne Schwan
2. November 2016 // 19:15

In Bremerhaven fehlen akut 123 Krippenplätze für Unter-Dreijährige und  281 Kita-Plätze für die bis zu Sechsjährigen. Nun hat Sozialstadtrat Klaus Rosche angekündigt,  fünf neue Einrichtungen mit rund 500 Plätzen zu schaffen. Dafür gibt es 12,6 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Ob und wie viel die Stadt selbst an Personal- und Betriebskosten  zubuttern muss, konnte der Stadtrat am Mittwochnachmittag im Jugendausschuss nicht sagen. Auch nicht die Frage beantworten, wohin mit den Kindern, bis die Neubauten fertig sind. Zeitgleich demonstrierten vor dem DLZ Grünhöfe rund 200 Kita-Mitarbeiter und Elternvertreter lautstark gegen größere Gruppen-Stärken, Mangel an Personal und faule Notlösungen.

2000 Unterschriften gesammelt

Das "Bündnis bessere Kita-Qualität" unter Federführung der Gewerkschaft Verdi hat 2000 Unterschriften gesammelt. Die sind dem Ausschuss am Mittwoch übergeben worden. Darin  wehren sich die Betroffenen gegen wachsende Kindergruppenstärke bei abnehmendem Personal und dagegen, in einigen Familienzentren vorübergehend Kita-Gruppen "zwischen zu lagern". "Die Arbeitsbelastung ist zu hoch, die erforderliche pädagogische Arbeit kann mit dem vorhandenen Personalschlüssel nicht geleistet werden", betonte  Gewerkschaftssekretär Jörn Kroppach. 200 kleine und große Demonstranten protestierten vor dem DLZ Grünhöfe:

Bau der Waldviertel-Krippe wird bisher blockiert

Aktuell stehen in den 53 Bremerhavener Einrichtungen 776 Krippen-, 3038 Kita- und 487 Hort-Plätze zur Verfügung - doch alle sind belegt. Bereits vor einem Jahr war der Bau einer Krippe im neuen Waldviertel Leherheide beschlossen worden - dafür stehen 2,3 Millionen Euro zweckgebundene Rest-Mittel des Landes zwar zur Verfügung. Aber der Baustart wurde bisher geblockt: Erst sollte geprüft werden, ob der Bau größer ausfallen  und eine Kita angedockt werden kann. Ergebnis: Ja, wir können die geplante Krippe mit einer Kita aufstocken", so Rosche. "Dafür werden weitere zwei bis drei Millionen Euro benötigt."

Familienzentren nicht als Notlösung tauglich

Wann und aus welchen "Töpfen" die 12,6 Millionen des Bundes fließen sollen, die am Montag von Oberbürgermeister Melf Grantz und den Fraktionsspitzen von SPD und CDU zugesagt worden waren, stellt auch den Stadtrat noch vor ein Rätsel. "Das wird sich in den nächsten 14 Tagen klären." Klar sei indes, dass während der Bauzeit keine Familienzentren als Notbehelf für Kita-Gruppen ausgerüstet werden sollen. "Das zumindest hat der Protest erreicht", betonte der Sprecher des Zentralelternbeirats, Peter Steinke, erleichtert.  

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