Sawson Farkouh aus Syrien studiert nicht nur an der Hochschule Bremerhaven - sie arbeitet dort auch als Flüchtlingsberaterin.

Sawson Farkouh aus Syrien studiert nicht nur an der Hochschule Bremerhaven - sie arbeitet dort auch als Flüchtlingsberaterin.

Foto: Schwan

Bremerhaven

Syrische Studentin hilft Flüchtlingen

Von Susanne Schwan
27. Juni 2016 // 08:00

Sawson Farkouh ist Syrerin. Aber die 26-Jährige aus Homs ist nicht als Asylsuchende nach Bremerhaven gekommen. Vor zwei Jahren hat sie sich um einen Platz im Studiengang Nachhaltige Energie- und Umwelttechnologie an der Hochschule Bremerhaven beworben. Und es hat geklappt. Nun studiert sie nicht nur, sie navigiert Flüchtlinge, die studieren wollen, durch alles, was sie dazu wissen müssen. Und sie ist ehrenamtliche Patin für jugendliche Migranten. Was sie antreibt: "Ich will junge Migranten motivieren, es hier zu schaffen."

Sie gibt Workshops für Schüler

Geschafft hat sie selbst schon vieles. Weil, so sagt sie, immer jemand da war, da auch ihr geholfen hat, klar zu kommen. Darum gibt sie Hochschulworkshops für Schüler vieler Nationalitäten, die neu in Bremerhaven sind. Sie informiert Flüchtlinge über die Studiengänge an der Hochschule. Sie hat mit Kindern an der Hochschule experimentiert und am "International Office" ausländische Studenten des Austauschprogramms "Erasmus" begleitet.

"Es lohnt sich, Energie zu investieren."

"Ich weiß, wie es ist, fremd zu sein und spüre, wenn andere sich verloren fühlen, Darum will ich helfen und Mut machen. Es lohnt sich, Energie zu investieren, um voranzukommen. Das will ich anderen vermitteln." Weil sie fließend Arabisch, Englisch und Deutsch spricht, hat sie dafür alle Voraussetzungen. Wenn Sawson dann noch Zeit neben Studium und der offiziellen Flüchtlingsberatung an der Hochschule bleibt, radelt sie gern durch die Parks, sie liebt Blumen, "und all die Kleingärten hier". Und sie hört gern Musik, "Weltmusik. Aber auch mal Mozart."

Nach dem Krieg will sie ihrem Land helfen

In den Semesterferien will sie kreuz und quer durch Deutschland, um Freunde zu besuchen. Und vor allem eines: Das größte Naturschutzgebiet im Land Bremen kennen lernen: "Auf der Luneplate bin ich in den beiden Jahren hier noch nie gewesen. Wird aber mal Zeit." Eines weiß Sawson schon nach vier Semestern: "Nach dem Krieg will ich dabei helfen, mein Land wieder aufzubauen."

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