Schon ein seltener Anblick: Die Telefonzelle in der Grashoffstraße an der Ecke Bülkenstraße.

Schon ein seltener Anblick: Die Telefonzelle in der Grashoffstraße an der Ecke Bülkenstraße.

Foto: Lammers

Bremerhaven

Telefonhäuschen werden zu Raritäten

Von Andrea Lammers
1. April 2017 // 16:54

Ob man möchte oder nicht – in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Supermarkt oder in der Arztpraxis – kommen einem Dinge zu Ohren, die dort nicht hingehören. Im Smartphone-Zeitalter plaudert sich jeder alles und überall von der Leber weg. Ein Hort der Intimität waren dagegen die Telefonhäuschen. Als Dinosaurier der Telefonie fristen einige von ihnen heute ein Schattendasein oder dienen fortan als Bücherschränke.

Stele ohne Häuschen

Das gelbe Telefonhäuschen ist weitestgehend von gestern. Die öffentlichen Fernsprecher der Gegenwart sind Magenta. Und zwar vornehmlich in Gestalt eines Telefonanschlusses an einer Stele ohne Häuschen. Kein Ort also, um wie in den guten alten Telefonhäuschen einen nicht öffentlichkeitstauglichen Plausch mit der besten Freundin oder gar dem Liebsten zu halten. Einem Anspruch auf Intimität werden sie nicht gerecht. Mit dem Siegeszug der Handys zu Beginn des Jahrtausends ging nicht nur dieser verlustig, sondern mehr und mehr auch der öffentliche Fernsprecher an sich.

Neuer Einsatz als Bücherschrank

Bundesweit haben noch rund 30 000 Telefonhäuschen überlebt, so die Telekom. In Geestemünde befindet sich noch ein Telefonhäuschen an der Grashoff- Ecke Bülkenstraße. Und das hat vor Kurzem für einigen Ärger gesorgt. „Die Tür schloss nicht richtig. Bei Sturm wehte sie auf. Dabei ist sie zwei Damen in die Hacken geschlagen“, so der Kontaktpolizist Georg Becker. Das Telefonhäuschen konnte repariert werden. In Leherheide wird es in einigen Wochen sogar noch eine weitere geben. Dieser haucht die Stadtteilkonferenz Leherheides ein zweites Leben ein: als Bücherschrank.

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