Als Cybergrooming wird das Anbahnen sexueller Kontakte über das Internet zu Kindern und Jugendlichen bezeichnet.

Als Cybergrooming wird das Anbahnen sexueller Kontakte über das Internet zu Kindern und Jugendlichen bezeichnet.

Foto: Inga Kjer/dpa

Bremerhaven

Wenn Pädophile Kinder zum Sex treffen wollen

Von Denise von der Ahé
30. November 2016 // 11:00

Sexuelle Kontakte zu Kindern werden nach Ansicht von Kriminaloberkommissarin Karina Görs täglich im Netz angebahnt. Das kann bis hin zu Sexdates gehen. Die Kriminalpolizei spricht von „Cybergrooming“.

Hohe Dunkelziffer

Die Ermittlerin ist überzeugt, dass das Dunkelfeld sehr hoch ist. Denn oft schämten sich Kinder und Jugendliche, ihren Eltern oder anderen Vertrauenspersonen davon zu erzählen.

Oft stecken Pädophile dahinter

Görs nennt einen Beispielfall: Die elf Jahre alte Mia* lernt im Chatroom eines Online-Spiels für Kinder den 14-jährigen Julian kennen. Doch Julian ist nicht Julian, sondern ein 56-jähriger Mann, der bereits mehrfach in Deutschland als Pädophiler aufgetreten ist. Das passiert im vergangenen Jahr in Bremerhaven. Mias Geschichte ist nur eine von vielen.

Wer Opfer geworden ist, kann Folgendes tun:

Wichtig ist, dass jeder weiß, dass es nicht peinlich sein muss, über dieses Thema zu sprechen. Vielen anderen geht es genauso wie dir! Auch wenn es zunächst ein unangenehmer Gedanke sein kann, nachdem man mit jemandem darüber gesprochen hast, geht es einem viel besser.

Tipps für Jugendliche

  • Sprich mit deinen Eltern oder mit einem Freund/einer Freundin über das, was passiert ist
  • Sichere zunächst Beweise, indem du Screenshots (Kopie der Bildschirmanzeige) erstellst. Drücke dafür die Taste "Druck"auf deiner Tastatur.
  • Gib eine Rückmeldung an den Betreiber des Chats oder des sozialen Netzwerkes
  • Blockiere die Nachrichten von der Person, die dir nachstellt
  • Wende dich zusammen mit deinen Eltern an die Polizei

Im Internet kannst du auch Informationen finden:

Zum Beispiel die Jugend-Plattform gegen Cyber Mobbing: Juuuport. Hier unterstützen sich Jugendliche gegenseitig bei Problemen im Web, mit dem Handy oder bei Computerspielen. Eine Beratung (per E-Mail) ist kostenlos. Auch besteht ein Forum, in dem man sich öffentlich mit anderen austauschen kann.

Sicheres Surfen

Watch Your Web ist eine Seite für sicheres Surfen im Internet. Es erwarten dich gute Filme, ein Web Test ("Welcher Web-Typ bist Du?"), Tipps für mehr Sicherheit im Netz und verschiedene Aktionen. Die Seite Klicksafe, sie bietet Tipps und Materialien zum Jugendmedienschutz. *Name von der Redaktion geändert

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