In den Häfen könnten Arbeitsplätze durch autonomes Fahren verloren gehen, beispielsweise bei den Van-Carrier-Fahrern, befürchten Arbeitnehmerkammer und Gewerkschaft.

In den Häfen könnten Arbeitsplätze durch autonomes Fahren verloren gehen, beispielsweise bei den Van-Carrier-Fahrern, befürchten Arbeitnehmerkammer und Gewerkschaft.

Foto: Foto: Scheschonka

Bremerhaven
Wirtschaft

Wenn der PC den Van-Carrier übernimmt

Von Christoph Bohn
24. November 2018 // 16:30

Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf die Arbeitsplätze auch in Bremerhaven. Insbesondere in den Bereichen Schifffahrt und Logistik könnte es zum Wegfall von Arbeitsplätzen kommen. Andere Branchen dagegen sind nicht betroffen. Das ist das Ergebnis der Veranstaltung „Arbeit der Zukunft“ der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Gefahr für Arbeitsplätze

Im Mittelpunkt stand vor allem das Ergebnis einer Feldforschung bei Unternehmen und Betriebsräten in der Seestadt, die Axel Weise vorstellte. Sein Ergebnis: „Betroffen sind hauptsächlich Arbeitsplätze in der Logistik, im Einzelhandel und in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.“ In der Logistik sieht er den Vormarsch des autonomen Fahrens als Gefahr für die Arbeitsplätze. „Betroffen wären hier beispielsweise die Van-Carrier-Fahrer im Containerterminal“, meinte Weise. Und auch in der Schifffahrt könnte das autonome Fahren dazu führen, dass weniger Schiffsbesatzungen benötigt werden.

Kassierer könnten unnötig werden

Im Einzelhandel sieht Weise ebenfalls Bedrohungen durch die Digitalisierung. So durch die sogenannten RFID-Chips, mit denen gekaufte Waren kontaktlos erfasst werden und die möglicherweise Kassierer unnötig machen. „Doch die Chips sind derzeit noch zu teuer“, meinte Weise. Gefährlicher sei dagegen der Onlinehandel. „Aber hier haben wir die Entwicklung selber in der Hand.“ Dagegen sehe man bei Banken und Versicherungen bereits Auswirkungen der Digitalisierung – den Abbau des Filialnetzes.

Handwerk nicht betroffen

Andere Branchen dagegen sieht Weise von der Digitalisierung nicht betroffen. Hier bestehe durch den demografischen Wandel eher eine Nachfrage nach Arbeitskräften. So beispielsweise in der sogenannten öffentlichen Daseinsvorsorge von den Kitas bis zur Verwaltung, bei den wissensintensiven Dienstleistungen und im Handwerk. Letzterer Bereich sieht die Digitalisierung sogar als Hilfe an, wie Josef Solscheid von der Kreishandwerkerschaft Bremerhaven-Wesermünde berichtete. Er denkt dabei an lasergesteuerte Messinstrumente mit USB-Anschluss oder an digitale Produktionsgeräte wie die CNC-Fräse, die insbesondere für individuelle Aufträge geeignet sei.

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