Wie Bremerhavens Amerikaner wählen

Rainer June lebt seit 2008 in der Seestadt und hat bereits über das Internet gewählt.

Bremerhaven

Wie Bremerhavens Amerikaner wählen

Von Susanne Schwan
7. November 2016 // 20:00

In Bremerhaven leben derzeit 180 US-Staatsbürger.  Sie fiebern dem Ausgang der USA-Präsidentschaftswahl von hier aus entgegen. Doch längst nicht alle, die hier mit amerikanischem Pass wahlberechtigt sind, geben auch ihre Stimme ab. John Reinhardt zum Beispiel, Geschäftsmann, hat schlicht "den Zeitpunkt verpasst", wie er sagt. Denn um abzustimmen, müssen die "Buten-Amerikaner" sich für die Briefwahl registrieren lassen und sich mit jeder Menge Unterlagen befassen  das Wahlsystem ist kompliziert. Dennoch hat Hafen-Mitarbeiter Rainer June, seit 2008 in Bremerhaven, bereits per Brief abgestimmt. "Für Hillary Clinton", betont der 48-Jährige, der den Gegenkandidaten Donald Trump für "absolut nicht geeignet" hält.

Keine Sympathien für Trump

Für geradezu "gefährlich" hält den Republikaner der Bremerhavener Arzt Dr. Thomas Brin. Zwar in USA geboren, lebt der Mediziner seit 35 Jahren hier. "Ein Trump mit dem nuklearen Code in der Hand - das krieg ich eine Gänsehaut."

Bremerhavenerin in Kansas wählt Clinton

Ganz klar für die Demokratin Clinton stimmt am Wahl-Dienstag Sylvia Keller. Durch ihre Heirat mit einem Amerikaner ist die gebürtige Speckenbüttelerin  seit 1975 drüben wahlberechtigt. "Mein Mann und ich wollen auf gar keinen Fall Trump als Präsident", stellt sie fernmündlich von Kansas aus klar. "Der Mann ist ja unberechenbar."

Kleine Wahlparty im Havenhostel

Für alle, die hautnah miterleben wollen, wer neu ins Weiße Haus in Washington einziehen wird, lädt John Reinhardt zur kleinen "Election Party", zur Wahlparty, am Mittwoch frühmorgens um 4 Uhr ins Havenhostel ein. Für 5 Euro bekommen Mitfiebernde Kaffee und Brötchen  - und internationale Nachrichten live.