Der Weihnachtsmarkt Bremerhaven ist ein Stimmungsvoller Treffpunkt in der Vorweihnachtszeit. Doch das nötige Geld für hochwertiges Kunsthandwerk lässt sich hier nicht verdienen. Foto Scheer

Der Weihnachtsmarkt Bremerhaven ist ein Hingucker.

Foto: Scheschonka

Bremerhaven

Winterkälte und Umsatz auf dem Weihnachtsmarkt willkommen

Von nord24
27. November 2015 // 17:03

Der Bremerhavener Weihnachtsmarkt läuft sich langsam warm. Fünf Tage nach der Eröffnung sind Organisatoren und Standbetreiber guter Dinge, dass die „Weihnachtswelt“, die bis zum 22. Dezember geöffnet hat, ihr Publikum findet. Gleichwohl sieht ein Teil der Befragten noch Verbesserungsmöglichkeiten, damit der Rubel besser rollt.

"Laufkundschaft fehlt auf dem Weihnachtsmarkt"

Unweit der Großen Kirche lehnt Willi Reinhardt entspannt am Tresen seines Verkaufsstands, aus dem es nach frisch gebrannten Königsmandeln durftet, und hat am Freitagmittag Zeit für ein Schwätzchen. „Es ist umsatzmäßig sehr ruhig“, berichtet das Weihnachtsmarkt-Urgestein. Seit 51 Jahren ist er dabei. „Ich lebe zurzeit vor allem von Stammkundschaft“, sagt er. „Was fehlt, ist die Laufkundschaft.“

Weihnachtsmarkt-Konkurrenz im Umland

Sein Sohn Willy Reinhardt, der das große Zelt vor Karstadt sowie weitere Stände betreibt, schiebt die momentane Ruhe auf den Kalender: „Am Monatsende haben Familien nicht mehr viel Geld zu Verfügung – ab dem 1. Dezember kann es hier Knall auf Fall voll werden.“ Gleichwohl bekämen es die Standbetreiber immer stärker zu spüren, dass es an den Wochenenden in den Umlandgemeinden ebenfalls kleine Weihnachtsmärkte gebe: „Da können die Bewohner zu Fuß Glühwein trinken gehen und müssen nicht mit dem Auto nach Bremerhaven fahren“, sagt Willi Reinhardt.

Bedauerliche Markt-Lücke auf der "Bürger"

Mit dem Aufbau des Hütten-Ensembles rund um die Große Kirche sind die Reinhardts zufrieden: „Da hat die Erlebnis Bremerhaven einen sehr guten Job gemacht.“ Das hört Heino Tietjen sicher gerne. „Alle sind zuversichtlich – jetzt fehlt uns nur noch trockenes, winterliches Wetter“, sagt der Leiter des städtischen Organisationsbüros. Wenn es nach ihm ginge, würden auch zwischen den „Weihnachtsinseln“ Große Kirche und Theodor-Heuss-Platz entlang der „Bürger“ wieder Buden stehen. „Doch die Kunsthandwerker, die da vor Jahren standen, machten nicht genügend Umsatz und kamen nicht wieder“, bedauert Tietjen die Zweiteilung des Weihnachtsmarkts, der von Besuchern immer wieder kritisiert wird.

Kunsthandwerk lohnt sich nur am Wochenende

Kerstin Rubin, City-Managerin beim Innenstadt-Händlerverein City Skipper, will es für den Weihnachtsmarkt-Teil auf dem Heuss-Platz dennoch versuchen: „Deko und Kunsthandwerk gibt es aber nur am Wochenende.“ Nur dann hätten die Anbieter Chancen auf gute Erlöse und ließen sich überzeugen, nach Bremerhaven zu kommen. Nach Rubins Ansicht wäre es einen Versuch wert, in den kommenden Jahren die Markt-Lücke in der „Bürger“ zu schließen: „Dort Essen und Trinken anzubieten, könnte sich wirklich lohnen,“

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