Wie viele Menschen in einem Haus leben, wird von den Behörden nicht automatisch geprüft. In der Wülbernstraße waren 41 Menschen gemeldet.

Wie viele Menschen in einem Haus leben, wird von den Behörden nicht automatisch geprüft. In der Wülbernstraße waren 41 Menschen gemeldet.

Foto: Scheer

Bremerhaven

Wülbernstraße: Auch Jobcenter prüft Überbelegungen nicht

Von Laura Bohlmann-Drammeh
21. April 2017 // 19:00

Die Ermittlungen der Polizei zum Feuer in der Wülbernstraße schreiten voran. Dass in dem Haus mit vier Wohnungen 41 Menschen gelebt haben, ist erst nach dem Brand bekannt geworden. Denn nur der Zufall bestimmt, ob Überbelegungen den Behörden auffallen.

Regionale Zuständigkeit wird geprüft

In der Meldebehörde gibt es keinen Kontrollmechanismus der auffällig viele Menschen an der gleichen Adresse anzeigt. Auch im Jobcenter wird die Echtheit der Meldebescheinigung nicht angezweifelt. "Für die Entscheidung, ob wir Leistungen zahlen, spielt nur der Anspruch eine Rolle und dass die Meldebescheinigung in der Region ausgestellt wird, in der wir zuständig sind", sagt Sprecher Phillip Henschel.

Meldung nur in Einzelfällen

"Wenn wir Überbelegungen feststellen, ist das dem Zufall und der Aufmerksamkeit des Sachbearbeiters zu verdanken, der vielleicht kurz vorher jemanden mit der gleichen Adresse bedient hat“, erklärt er weiter. Auch von Strom- oder Wassersperren erfahre das Jobcenter nur, wenn die Kunden von sich aus um Hilfe bitten würden.

Swb darf keine Informationen raus geben

Die Sprecherin der swb, Angela Dittmer erklärt: "Wir dürfen keine Vertragsgeheimnisse zwischen uns und Hauseigentümern an Dritte weiter geben.“ Die SWB versuche im Sinne der Mieter zu handeln, indem sie rechtzeitig Aushänge über drohende Sperren im Hausflur anbringe. Das sei auch in der Wülbernstraße passiert. „Wenn Mieter dann nichts unternehmen, müssen wir jedoch abstellen“, so Dittmer.

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